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Zwei Särge auf Bestellung

Info

OT: 
A ciascuno il suo

Jahr: I 1967
R: Elio Petri
B: Elio Petri, Ugo Pirro
K: Luigi Kuveiller
M: Luis Enriquez Bacalov
D: Gian Maria Volonté, Irene Papas, Gabriele Ferzetti, Giovanni Pallavicino

Quelle: TV (Das Erste)

 

Inhalt

Arturo Manno (Luigi Pistilli) ist nicht nur Apotheker in einer Kleinstadt nahe Palermo, sondern auch Frauenheld ohnegleichen. Da Manno statt seiner eigenen (Ana Rivero) vorzugsweise die Frauen der anderen beglückt, überrascht es eigentlich niemanden, dass der Gutste seit einer Woche postalisch anonyme Todesdrohungen erhält. Bis auf einem Jagdausflug nicht nur eine Menge Tauben Opfer des Schrots werden, sondern auch der triebstarke Pharmazeut und sein Freund, der Arzt Antonio Roscio (Franco Tranchina). Opfer einer Eifersuchtstat, lautet die Diagnose der Polizei, die auch gleich die möglichen Täter präsentiert, drei Bauern, deren kleiner Schwester (Luciana Scalise) Manno ebenfalls nachstellte. Zwei Dinge sind’s, die Mannos Freund, Professor Norana (Gian Maria Volonté), an der Schuld der Verhafteten zweifeln lassen: Erstens sind sie Analphabeten, und zweitens stammen die aufgeklebten Wörter der Drohbriefe aus einer kaum verbreiteten Kirchenzeitung. Norana übergibt die Verteidigung der Bauern an den renommierten Anwalt Rossello (Gabriele Ferzetti) und versucht mit dessen Kusine, gleichzeitig Roscios Witwe, Luisa (Irene Papas), Licht ins Dunkel zu bringen. Die sich verdichtenden Hinweise führen in die höchsten örtlichen Kreise und die Theorie des Rachemordes rasch ad absurdum. Leider erkennt Norana erst, nun ja, recht spät, dass die Sache mindestens eine Nummer zu groß für ihn ist.

Die Kritik des Gunslingers:

Petris eher ruhiger Krimi, der 1967 in Cannes den Preis für das beste Drehbuch erhielt, beschreibt das Funktionieren von Seilschaften in der italienischen Gesellschaft am Beispiel Siziliens, im übrigen ein beliebtes Thema linker Filmemacher. Der linksliberale, etwas exzentrische Professor Norana steht ohne Lobby und Unterstützung – weder ist er in den bürgerlichen Kreisen, noch bei den moskauhörigen Kommunisten heimisch – auf völlig verlorenem Posten. Er durchschaut noch nicht einmal die Zusammenhänge, unterschätzt den Einfluss der einzelnen Pressure-Groups und ihrer wechselnden Koalitionen, die alle nur ein Ziel folgen: Macht und Selbstbedienung. So wird er immer wieder überrascht von den Entwicklungen. Bis zum desillusionierenden, aber absehbaren Ende.
Der Streifen glänzt durch eine unspektakuläre, aber sehr schöne Kameraarbeit. Diese liefert nicht nur großartige Landschaftspanoramen der sizilianischen Küste, sondern wechselt unmerklich immer wieder in die subjektive Perspektive und macht dabei das Innenleben der Protagonisten sichtbar. Wie die Kamera als Auge Noranas beispielsweise die wirklich sehenswerten nylonbestrumpften Beine Luisas umschmeichelt, ist natürlich chauvinistisch, aber dabei völlig unplakativ. Toll! Über die Darsteller große Worte zu verlieren, ist wenig sinnvoll: Der gesamte Cast besteht aus Profis, die ihr Handwerk bestens verstehen. Luis Enriquez Bacalov lieferte einen typischen, sehr hörenswerten, leicht orchestrierten 6Ts-Score ab.

Rating: $$$$+

Splatter:

2/10

 

 

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