Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien

Toggle Sidebar

Amer - Die dunkle Seite der Träume

Info

OT: 
Amer

Jahr: F/B 2009
R, B:
Hélène Cattet, Bruno Forzani
K:
Manu Dacosse
M:
Verschiedene (Ennio Morricone, Stelvio Cipriani, Bruno Nicolai)
D:
Marie Bos, Cassandra Forêt, Charlotte Eugène Guibeaud, Maria D’Amato

Quelle: DVD (Koch). Danke fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Die kleine Ana (Cassandra Forêt ) lebt mit ihren sich oft streitenden Eltern in einer mondänen Villa am Mittelmeer. In einem der vielen Räume ist ihr gerade verblichener Großvater aufgebahrt, dem seine alte Pflegerin den Übertritt ins Jenseits mit allen möglichen magischen Ritualen zu ermöglichen sucht. Als Ana dem toten Opa (Bernard Marbaix) eine Taschenuhr aus dem steifen Griffel windet, erlebt sie einen Alptraum.
Jahre später ist Ana ein Teenager (Charlotte Eugène Guibeaud), der sich zunehmend für Jungs interessiert. Die alternde Mutter (Maria D’Amato) achtet eifersüchtig auf das säftelnde Kind und verhindert mit einer kräftigen Maulschelle, dass dieses einer Gruppe Bikern nahe kommt.
Als Erwachsene (Marie Bos) kehrt Ana zurück in die Villa am Meer. Diese steht nun leer, ist ein wenig abgerockt, aber deswegen noch keineswegs unbehaust.

Die Kritik des Gunslingers:

Uiuiui. Die Probleme, die mir dieser Film machte, manifestieren sich in der etwas ratlosen Inhaltsangabe. Letztlich beschreibt der weitgehend dialoglose Streifen drei Kapitel aus verschiedenen Lebensphasen aus dem Leben von Ana: Kindheit, Teenagerzeit, Erwachsensein. Inhaltlich sind diese Episoden ausschließlich durch die Person Anas verknüpft. Doch eine Geschichte war für das belgische Regieduo auch nicht wichtig. Es geht hier ausschließlich um Atmosphäre, Stimmungen. So strömen erst einmal eine experimentelle Bilderflut, Geräusche auf den Zuschauer ein, der erst einmal eine Zeit braucht, um sich zu recht zu finden.
In der Rückschau erkennen wir, dass wir uns fast in einer Art Lehrfilm, einer Stilübung befanden. Denn was haben Cattet/Forzani gemacht? Die Beiden müssen eine Unzahl italienischer Genrestreifen nahezu intravenös aufgenommen haben. Aus diesen haben sie die verwendeten Stilmittel extrahiert, um sie extrem verdichtet wieder zu geben. Ihr Streifen ist sozusagen eine Reflexion über den italienischen Horrorfilm und Giallo. Nein, Reflexion ist das falsche Wort, denn reflektiert wird nichts, sondern lediglich wiedergegeben.
Wir haben es hier sozusagen mit einem Kochrezept aus dem Genrekochbuch zu tun. Für einen amtlichen Grusler nehme man eine Villa mit ihren langen Gängen und Treppen, Symbole, lasse also beispielsweise hin und wieder mal Wasser durch die Decke kommen, schräges Okkultpersonal, wie die Pflegerin des Großvaters, subjektive Kameraeinstellungen – gerne durch Schlüssellöcher – und eine unheimliche Begebenheit. Abgeschmeckt wird das Ganze mit entsprechenden Geräuschen und kräftigem Einsatz des Farbfilters. Ein Giallo wiederum erfordert erstmal eine Frau ;-). Dann müssen nahezu alle Einstellungen – selbst das Latschen an einem Kaktus vorbei – erotisch aufgeladen sein. Essentiell: jede Menge Close-ups, bevorzugt von Augen, Schenkeln, Mündern und Brustwarzen, und natürlich Gummihandschuhe nebst Rasiermesser, geschwungen von einem Maskierten. Die Musikauswahl für den Streifen fiel entsprechend aus: ein Blend aus bekannten 70er-Giallo-/Thrillermelodien von Morricone über Nicolai bis Cipriani.
Herausgekommen ist ein experimenteller Film, der fasziniert, aber nicht überzeugt. Und allen denjenigen, die an dieser Stelle „Kunstkacke!“ skandieren, mag ich gar nicht widersprechen. Ob man sich aber hier nun kolossal langweilt oder gebannt dem Treiben auf Leinwand oder Bildschirm folgt: Gleichgültig lassen wird das Werk sicher niemanden, der mit italienischem Genre-Kino etwas anfangen kann. Und alle anderen werden sowieso ihre Finger davon lassen. Wie ich jetzt zu dem Streifen stehe? Ich kann’s nicht sagen, halt einerseits … andererseits … . Daher enthalte ich mich feige meiner Meinung *Lach*.

Rating: unverbindliche $$$

Splatter:

4/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien