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Série noire

Info

OT:
Série noire

Jahr: F 1979
R, B: Alain Corneau
B: Georges Perec
K: Pierre-William Glenn
M: diverse
D: Patrick Dewaere, Myriam Boyer, Bernard Blier, Marie Trintignant

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Sonnenseite ist niemals da, wo sich Franck Poupard (Patrick Dewaere) gerade aufhält. Poupard arbeitet als Vertreter für Ramschartikel aller Art in den Pariser Vorstädten und versucht, noch ärmere Säue als er selbst übers Ohr zu hauen. Seine Ehe mit Jeanne (Myriam Boyer) ist eine Katastrophe, und die gemeinsame Wohnung buchstäblich ein Dreckloch. Nach einem heftigen Streit haut Jeanne dann endgültig in den Sack.
Bei einer seiner Verkaufstouren lernt Franck Mona (Marie Trintignant) kennen: minderjährig, hübsch, Prostituierte, die für ihre geizige alte Tante (Jeanne Herviale) anschafft. Als er die Dienste Monas als Bezahlung für Tantchens neuen gefütterten Morgenmantel ablehnt, hat er bei dem Mädchen mehr als einen Stein im Brett. Sie löst ihn aus dem Knast aus, in den Franck mehrere beherzte Griffe in die Kasse seines Chefs, Staplin (Bernard Blier), gebracht haben und verrät ihm, dass die Tante an die 300.000 Francs daheim gebunkert hat.
Franck sieht die Chance, mit Mona und dem Zaster neu anzufangen: Er heckt einen perfiden Plan aus, der den Tod der Alten und von Francks tumben Kunden und Bekannten Tikides (Andreas Katsulas) vorsieht, um die Ermittler auf die falsche Spur zu locken. Der Coup gelingt, doch dann fangen die Dinge an, aus dem Ruder zu laufen. Erst kehrt Jeanne überraschend und reumütig zurück … und die ist nicht auf den Kopf gefallen. Dann scheint auch Francks Chef Lunte zu riechen.

Zitate

Staplin: „Mein lieber Franck, Sie werden sehen: Ein kurzer Aufenthalt im Knast bringt Sie wieder zur Vernunft.“

Staplin: „Wo andere ein Herz haben, haben Sie eine Stein.“

Die Kritik des Gunslingers:

Der Noir-Autor Jim Thompson, der die literarische Vorlage dieses Streifens schuf, begleitete seine Protagonisten in der Regel durch die Niederungen des menschlichen Daseins, den normalen Daseinskampf sozusagen. Die Welt seiner Romane ist die Welt der kleinen Angestellten, Bullen, Nutten und zweitklassigen Ganoven, für der Glück etwas ist, was immer andere haben: ein Traum, für den es sich zu töten lohnt, der aber unerreichbar bleibt, egal wie nah man seiner Verwirklichung auch kommen mag.
Franck Poupard ist so ein vom Leben gebeuteltes Würstchen. Er hat zwar keine Skrupel, seine Mitmenschen nach Strich und Faden zu verarschen und zu manipulieren, um seine minderwertigen Waren an den Kunden zu bringen. Doch hin und wieder blitzt zumindest zuerst noch so was wie Menschlichkeit durch. Dies wird sich im weiteren Verlauf ändern, denn mit der Witterung des Zasters in der Nase schmeißt er alle Skrupel über Bord und wird fast ohne rot zu werden zum Mörder. Anfangs muss er sich allerdings noch eine Rechtfertigung vor sich selbst für seine Tat „zurechtlegen“ - nach dem Motto “Hat's nicht anders verdient, weil...“. Also ein rudimentäres Gewissen kann man ihm gar nicht absprechen. Ansonsten haben wir Menschen, die innerlich weitgehend abgestorben sind oder für ein bisschen Nähe alles bereit sind zu tun.
Entsprechend trübe und trostlos sind die Bilder: Brachen mit Hochhäusern im Hintergrund, gammelige Butzen von denen der Putz bröckelt und über all dem hängt ein chronisch vergrauter Himmel, der ab und an noch ein paar Tropfen verliert. Patrick Dewaere ist absolut großartig: Er präsentiert uns Franck als gar nicht mal unsympathischen, charmanten Filou, der erst nach und nach sein wahres Ich herauskehrt. Gegen ihn anzuspielen, das geben die Rollen seiner Partner gar nicht her: Am ehesten bleiben noch Myriam Boyer als überforderte Jeanne und Bernard Blier im Gedächtnis, als vorgeblich väterlicher Chef, der aber knallhart seine Gelegenheiten zu nutzen weiß.
Den Soundtrack liefern in weiten Teilen „aktuelle“ End-70er-Discostücke, beispielsweise von Boney M.

Rating: $$$$+

Splatter:

3/10

 

 

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