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Ausgestoßen

Info

OT: 
Odd Man out
AT:
Der Gehetzte (Ö)

Jahr: GB 1947
R:
Carol Reed
B:
F.L. Green, R.C. Sherriff
K:
Robert Krasker
M:
William Alwyn
D:
James Mason, F.J. McCormick, Kathleen Ryan, Denis O’Dea

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Der lokale IRA-Boss Johnny McQueen (James Mason) ist frisch aus dem Knast entsprungen und bei seiner alten Freundin Kathleen (Kathleen Ryan) und ihrer Großmutter (Kitty Korwan) untergetaucht. Die Zeit im Bau hat den einst knüppelharten Leitwolf nachdenklich gemacht, aber auch körperlich ernsthaft geschwächt. Obwohl er inzwischen den bewaffneten Kampf als sinnlos empfindet, plant und leitet er eine weitere Aktion der Truppe, in der er nicht mehr unumstritten ist: den Überfall auf das Lohnbüro eines großen Unternehmens, um Kohle für die Organisation zu beschaffen.
Dér Ripp geht durch Johnnys körperliche Schwäche ziemlich schief; Johnny muss notgedrungen einen Mann umnieten und fängt sich dabei selbst eine Kugel. Von seiner Gang getrennt, sucht er Zuflucht in einem verlassenen Luftschutzraum und baut zunehmend ab. Zwar kann ihm sein IRA-Kumpel Dennis (Robert Beatty) die Flucht vor den Bullen ermöglichen, die großflächig die Stadt durchkämmen. Doch damit beginnt für den Verletzten eine Odysee durch die Nacht, bei der sich das Leben als so flüchtig erweist wie ein Fürzlein im Orkan.

Zitate:

Dennis: „Er gehört der Organisation. Dafür lebt er, dafür wird er auch sterben.“

Inspektor (Denis O’Dea): „Die Begriffe gut und schlecht gibt es in meinem Beruf nicht. Es gibt nur schuldig und unschuldig.“

Die Kritik des Gunslingers:

Carol Reeds Schwarzweiß-Drama ist ähnlich strukturiert wie eine Episoden-Geschichte, die der verwundet durch die Nacht treibende Johnny als einigende Klammer zusammenhält. Wir beobachten einen moralisch zerstörten und körperlich fast ausgelöschten Mann, der bei seiner Reise durch die erst verregnete, dann verschneite Stadt immer neuen Menschen begegnet: Spitzeln und Geschäftemachern, mitleidigen Seelen oder einfach skurrilen Typen wie den Vogelliebhaber Shell (F.J. McCormick) und seinen Kumpel, den saufenden Kunstmaler Lukey (Robert Newton).
Während Johnnys Kameraden und auch Kathleen verzweifelt versuchen, den Verschwundenen ausfindig zu machen, reichen ihn dessen Mitmenschen weiter wie eine heiße Kartoffel, wenn sie erkennen, wen sie vor sich haben. Dabei schweift der Hauptplot immer wieder ab und vollzieht einen Schlenker zu den Menschen, auf die Johny trifft, gibt uns einen mal kleineren, mal größeren Einblick in ihr Leben, bevor der Fokus der Geschichte wieder wechselt. Gerade diese vielen kleinen Randepisoden, die aber ein deutliches Licht auf ihre Protagonisten werfen, zeugen von der Meisterschaft Carol Reeds.
Der Streifen ist famos fotografiert und von einer beklemmenden Stimmung getragen. Auch der Schnee, der ab Mitte des Films an Stelle des nächtlichen Dauerregens tritt, schafft keine Stimmungsaufhellung. In den Szenen, in denen sich Realität und Fiebertraum vermischen, schleicht sich schon mal eine fast lupenrein expressionistisch gestaltete Sequenz ein. In einer weiteren starken Szene erscheinen Johnny die Menschen, die ihm bisher über den Weg gelaufen sind, in den Blasen einer Bierlache auf dem Tisch. Kameramann Krasker arbeitete mehrmals mit Carol Reed zusammen: Die bekannteste Kooperation Beider dürfte „Der dritte Mann“ sein.
Schauspielerisch ist das Ganze ganz klar Oberliga, und zwar durchgängig. Ausnehmend gut gefiel mir hier Denis O’Dea als lakonischer Polizeiinspektor.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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