Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)
Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien

Toggle Sidebar

Freitag, der 13.

Info

OT: 
Friday, the 13th.

Jahr: USA 1980
R:
Sean S. Cunningham
B:
Victor Miller
K: Barry Abrams
M: Harry Manfredini
D: Adrienne King, Harry Crosby, Betsy Palmer, Kevin Bacon

Quelle: TV (Tele 5, arte)

 

Inhalt

Mit dem Ertrinken eines kleinen Jungen beginnt im Jahr 1957 eine Serie von Unglücksfällen und Verbrechen im Feriencamp „Crystal Lake“: Ein Jahr später beendet ein nie gefasster Killer mit scharfem Stahl die Knatterei eines Teenagerpärchens, dazu kommt in den folgenden Jahren eine Reihe von Bränden. Am Ende steht die Schließung des Camps, das fortan in der umwohnenden Landbevölkerung nur noch „Blutcamp“ heißt.
20 Jahre später soll „Crystal Lake“ wieder eröffnen: Ein junges Team mit grauenvollen Frisuren soll unter Leitung von Steve Christie (Peter Brower), den Laden wieder auf Vordermann bringen. Keine gute Idee, wie als erstes die designierte neue Köchin Annie (Robbi Morgan) erfahren muss. Nicht nur hustet ihr der verrückte Ralph (Walt Gorney) schröckliche Prophezeiungen entgegen als sie nach dem Weg fragt: Schließlich schlitzt ihr ein missliebiger Zeitgenosse auch noch die Kehle auf. Na, gibt’s denn sowas?
Im Camp selbst beginnt mit Ausbruch eines Gewitters die klassische „Zehn-kleine-Negerlein-Serie“, der einer nach dem anderen der jugendlichen Aufbauhelfer zum Opfer fällt.

Zitate:

„Ihr seid verdammt, wenn ihr bleibt! Geht! Geht!“ (Ralph)

„Morgen werden wir darüber lachen – du wirst sehen.“ (Billy)

„Das haben Sie alles nur geträumt, Kindchen.“ (Mrs. Vorhees)

Die Kritik des Gunslingers:

Gelungener Auftakt des gleichnamigen Serials, in dem allerdings noch nicht Jason, dem dafür ein effektvoller Kurzauftritt bleibt, die Drecksarbeit verrichten muss. Die Atmo des abgelegenen Ferienlagers, in dem der Killer in einer Gewitternacht wütet, ist schön schaurig; die Gore-Effekte sind gut gemacht, wenngleich einem diesen Spaß die geschnittene TV-Version etwas nimmt.
Das Tempo des Films ist selbst zum Höhepunkt hin eher gemächlich: Der Killer arbeitet in aller Ruhe und ungestört sein Programm ab. Das fällt ihm nicht allzu schwer, denn das Schlachtvieh weiß ja nicht, was überhaupt vorgeht: Sämtliche Taten finden von den Campbewohnern unbemerkt statt – wenn man mal von den direkt Betroffenen absieht ;-). Damit verschenkt der Film leider auch einiges an Spannungspotenzial, was ansonsten aus der Panik innerhalb der Opfergruppe gespeist würde.

Die Kritik des Sargnagels:

Regisseur Sean S. Cunningham schwappte Anfang der 70er von New York ins "New Hollywood" und freundete sich schnell mit dem zeitgleich eingetrudelten Wes Craven an. Die beiden schusterten gemeinsam die Beziehungskomödie "Together" zusammen, Cunninghams erste Regiearbeit; bei Cravens "The Last House on the Left" kümmerte er sich dann um Finanzierung und Produktion.
Nach ein paar Fehlgriffen im Komödienfach inspirierte Ende der 70er dann "Halloween" Cunningham zur Rückkehr ins Grusel-Genre. Einerseits war ein Slasher ziemlich billig zu produzieren, andererseits liess sich die Mischung aus Gore und Suspense nach Carpenters Überraschungshit auch gut verkaufen - der "Freitag" kostete läppische 500.000 US-$, spielte aber fast das Achzigfache wieder ein.
"Halloween" war auch inhaltlich eine Steilvorlage: durch ein traumatisches Jugenderlebnis psychopathisierter und entmenschlichter Killer meuchelt mit Vorliebe unkeusche Teenager. Am besten Nächtens; heimlich, still und leise, einen nach dem Anderen.
Wo aber Carpenter Bindungen zu seinen Protagonisten aufbaut, hält Cunningham totale Neutralität zu seinen Figuren. Da ist nicht gleich an einer großen Fresse erkennbar, wer von den Sommerfrischlern zuerst ins Gras beissen wird; auch werden keine Sympathien zu einer Figur aufgebaut, bei der man schon zu Beginn weiß, dass sie das Massaker überleben wird. Der Killer bleibt einen Großteil der Spielzeit unbekannt, was am Ende gleich zwei Twists ermöglichte. Apropos Twist: erinnerte mich schwer an Hitchcocks "Psycho", nur mit umgedrehten Vorzeichen. ;-)
Inhaltlich also nicht gerade ein Quell an Innovation, holt der Streifen seine fetten Pluspunkte im Handwerklichen. Der Spannungsaufbau sitzt, die Mordsequenzen sind perfekt getimed - nie zu früh aufgelöst, aber auch nicht überreizt. Manchmal wird das Geschehen nur angedeutet, an anderer Stelle wird voll drauf gehalten. Für die ordentliche Portion Gore zeichnete sich Tom Savini verantwortlich, nach seiner stilprägenden Arbeit in "Zombie" (aka "Dawn of the Dead") damals das heisseste FX-Eisen in Hollywood. Die Kamera verwirrt manchmal mit Dollies, Zooms und Schwenks, bei denen man nicht weiß, ob sie nun aus der subjektiven Sicht des Killers oder des neutralen Beobachters geschossen sind.
Der Cast ist nicht gerade der Bringer, musste er aber auch nicht sein. Hauptsache, sie gaben "a schöne Leich'" ab, wie der Wiener schmäht. Jamie Lee Curtis screamte da um Einiges eindrucksvoller. Bis auf Kevin Bacon kam auch keiner der sonstigen Jungstars auf eine spätere, größere Karriere, und dessen Sprung in höchste Hollywood-Kreise erfolgte auch erst einige Jahre später mit "Footloose".
Bleibt letztendlich festzuhalten: der erste "Freitag" (uncut, wie arte ihn offenbar ausstrahlte) stellt auch heute noch die Gänsehaut.

Rating: $$$$ (GS) / $$$$+ (SN)

Splatter:

5/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien Datenschutzrichtlinien