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One Damned Day at Dawn... Django meets Sartana!

Info

OT:
Quel maledetto Giorno d'Inverno... Django e Sartana all'ultimo Sangue

AT:
Django meets Sartana

Jahr: I 1970
R: Demofilo Fidani ("Miles Deem")
B: Demofilo Fidani, Mila Vitelli Valenza
K: Franco Villa
M: Coriolano "Lallo" Gori
D: Fabio Testi, Jack Betts ("Hunt Powers"), Benito Pacifico ("Dennis Colt"), Dino Strano ("Dean Stratford"), Simonetta Vitelli ("Simone Blondell"), Mariella Palmich

Quelle: youtube

 

Inhalt

Black City hat schon bessere Tage gesehen. Nachdem sich die Gangs von Paco Sanchez (Benito Pacifico) und Bud Willer (Dino Strano, sein Rollenname wird bei IMDB als "Willer" angegeben, in der englischen Sync hört sich's eher wie "Wheeler" an) in der Gegend heimisch gemacht haben, hat sich der Weiler ziemlich entvölkert - entweder haben sich die Farmer und Händler freiwillig von der Scholle getrollt oder sie wurden von den Outlaws geplättet. Zu dieser Trübsal gesellen sich zwei Fremde, die fast zeitgleich in der Stadt eintreffen: Jack Ronson (Fabio Testi) aus Denver City hat seine Arbeitspapiere als neuer Sheriff dabei - es gab schon länger keinen Amtsinhaber mehr - und der sinistre Gunslinger Django (Jack Betts) schaut mal von auswärts zum Friedhofsbesuch durch.
Während sich Django vorerst unauffällig verhält, zieht der Blechstern naturalmente die Strauchdiebe wie die Schmeissfliegen an. Der Übermacht der beiden Parteien vermag Ronson kaum gegen zu halten und fängt sich ein paar ordentliche Demütigungen ein. Auch muss er tatenlos zusehen, wie Banken-Ripps und Mordbrennerei weiterhin die Kassen der Ganoven füllen.
Als Willer ein Ultimatum für Ronsons Abgang stellt, ist das Maß für den Sheriff voll. Für Tags darauf um 6 Uhr früh wird ein finales Gegenüberstehen vereinbart. Jetzt tritt gezwungenermaßen Django auf den Plan, denn erstens hat er selbst ein Hühnchen mit Willer zu rupfen und zweitens hält er Ronson für einen Wimp, der sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Django schickt deshalb den Sheriff mit einem gezielten Hieb ins Reich der Träume und als eben jener getarnt die Gang von Willer ins Reich der Toten.
Die Neuigkeiten sprechen sich schnell bis zu Sanchez durch, der sich im Zugzwang sieht. Auch er will mit seinem Gefolge klar Schiff machen und vereinbart eine bleihaltige Auseinandersetzung. Ronson ist aber dieses Mal festentschlossen, die Sache selbst zu übernehmen und sorgt dafür, dass Django nicht nochmals seine Rolle auf dem Dorfplatz übernimmt...

Die Kritik des Sargnagels:

Ja, holla. Was Demofilo Fidani hier anno 1970 aus der Kiesgrube gezaubert hat, ist gegenüber seinem restlichen Werk sogar genießbar. Zumindest schafft er es, die Story ohne größere Unfälle über die 83 Minuten zu bringen, teilweise sogar recht kurzweilig. Dazu mit Jack Betts und Fabio Testi zwei Hauptdarsteller, die nicht gleich beim ersten Auftreten zum Schmunzeln animieren; ganz im Gegensatz zu anderen, glücklicherweise fehlenden Fidani-Stammkräften wie Scarciofolo und Martellanza. Auch die kühle Atmo ist stimmig. Gedreht wurde offenbar im italienischen Winter; das diesig-siffige Wetter passt um einiges besser für eine in Italien gedrehte Western-Produktion als eine sonnenüberflutete Maiglöckchenwiese. Almeria war wie üblich als Location aus Kostengründen nicht drin, so tummelte man sich in der Westernstadt der Elios Studios und in den Hügeln Roms auf Kuhweiden, in Abraumhalden, an Baggerseen.
Aber es wär halt kein Fidani, wenns nicht doch allenortens hapern würde, sei es dem Budget oder des Meisters Handwerkskünsten geschuldet. Die Handlung ist zwar wie erwähnt nicht gerade auf Standgas, aber wieder mal mit etlichen kleinen und großen Logikfehlern gespickt. So soll in Black City tote Hose herrschen, der Banktresor ist aber üppig gefüllt. Apropos Tresor: Der wird von Benito Pacifico hochprofessionell gesprengt, in dem er einfach drei Dynamit-Stänglein vors Türchen legt. Das gute Stück hat nach der Explosion keine Schrammen, ist aber dann wie von Zauberhand geöffnet. Die Bank selbst ist von außen schwer bewacht, aber im Geldinstitut befindet sich kein Mensch; und laut Fassadenschild befindet sie sich auch nicht in Black City, sondern Tombstone... 
Der "Schlusstwist" stellt letztendlich die Frage - Achtung Spoilerchen - warum Jack Ronson alias Sartana dem Spuk denn nicht gleich schon am Anfang ein Ende gesetzt hat, sondern sich erst mal absichtlich zum Dorfdepp macht. Überhaupt die Rollenverteilung: Jack Betts spielt einen ziemlichen Sartana-Verschnitt als Django, Fabio Testi hat dagegen rein garnix vom schwatten Pallbearer. Hier schien man schon bei Fidani eher aufs Marketing zu schielen, scheißegal, ob's nun inhaltlich passte oder nicht.

Bei Stab und Cast verließ sich der Macher - hier wieder als Regisseur, Schreiberling und Produzent tätig - wie gewohnt auf die üblichen Verdächtigen (mit den o.g. Ausnahmen), z.B. Benito Pacifico, Dino Strano und Töchterlein Simonetta Vitelli in Nebenrollen und Franco Villa an der Kamera. Letzterer versucht zwar mit ein paar schrägen Shots noch Dynamik zu versprühen, die mannigfache Verwendung der Handkamera ist allerdings wohl eher unfreiwillig anzusehen. Da fehlte wohl doch ein zusätzliches Stativ oder einfach die Zeit, um manche Szenen sauber einzufangen; grade bei den Außendrehs ruckelt's und zuckelt's, dass es eine wahre Pracht ist. "Lallo" Goris Score ist dagegen rund und gefällt mit Orgel, Flöten, Fuzz- und Akustikgitarren. (Anmerkung der Red.: Gori komponierte offenbar den Score nicht für "One Damned Day at Dawn...", sondern schon für Baldanellos "Auf die Knie, Django - und leck mir die Stiefel" - da hatte sich Fidani mal wieder fremd bedient  (Zwinkern) )
Anzumerken sei noch, dass der Streifen in Deutschland weder im Kino noch auf Konserve verwertet wurde. Schade, denn einerseits könnte eine vernünftige Sync so manche Ungereimtheit ausmerzen, andererseits eine Comedy-Sync den Trash-Faktor nochmals anheben. Der englischen Übersetzung fehlt eindeutig der Pfeffer.
Fazit: eine der wenigen Sternstunden Fidanis, die allerdings immer noch unterm Spaghetti-Durchschnitt bleibt.

Rating: $$+ (Trash: $$$+)

Bodycount:

ca. 20 Gringos

Liebe:

Jack Ronson kümmert sich um die Witwe des Farmers Peter (Simonetta Vitelli), Django scheint Gefallen an der Saloon-Bedienung Dolores (Mariella Palmich) gefunden zu haben - beides jedoch folgenlos, und am Ende offenbar vergessen. 0/10

Splatter:

1/10

 

 

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