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Info

OT: 
The Liability

Jahr: GB 2013
R: Craig Viveiros
B: John Wrathall
K: James Friend
M: Vicky Wijeratne
D: Tim Roth, Jack O’Donnell, Talulah Riley, Peter Mullan

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Als der 19-jährige Adam (Jack O’Donnell) den Luxusschlitten von Peter (Peter Mullan), Lover seiner Mutter Nicky (Kierston Wareing), zu Schrott fährt, ist die Kacke am Dampfen. Peter nämlich ist eine ausgewiesen kriminelle Arschkrampe, die ihr Auskommen mit Frauenhandel bestreitet und nebenbei Snuff-Pornos produziert.
Um seine Schuld abzuarbeiten, soll Adam nun Fahr- und Transportdienste für Peters „Bekannten“ Roy (Tim Roth) leisten: „verschiedene Dinge in verschiedenen Autos“. Roy ist ein schweigsamer, abweisender und melancholischer Typ mit Vorliebe für Zigarren und kubanische Salsa-Musik, der sich als freischaffender Auftragskiller entpuppt. Schon die erste Dienstfahrt führt Adam in medias res. Roy nietet einen Letten (Christopher Hatherall) um, den es im nahen Forst mit dem Beil zu zerlegen gilt, um es wie die Tat eines gerade Schlagzeilen machenden Serienkillers aussehen zu lassen. Hier zeigt sich nicht nur, dass Adam nicht das Zeug zum Junior-Killer hat: Auch eine unerwünschte Zeugin (Talulah Riley) stört das muntere Ausbeinen, die dank Adams Unfähigkeit nicht nur entwischen, sondern außerdem sämtliche Klamotten inklusive Auto und abgehackter Lettenhände mitnehmen kann.
Mit gekaperter neuer Schese machen sich Roy und Adam an die Verfolgung. Die nächsten Stunden halten für Adam noch einige weitere unschöne Überraschungen bereit.

Zitate

Peter: „Du machst meine Sachen kaputt; ich mach deine Sachen kaputt.“ (Peter demoliert Adams Konsole, nachdem ihm dieser den Wagen geschreddert hat)

Adam: „Ich bin nicht dein Sohn!“ – Peter: „Aber du bist mein Problem.“

Adam: „Wo hast du die ganzen Sachen eigentlich gelernt?“ – Roy: „Angola.“ „In Spanien.“ – Ja, Spanien.“

Die Kritik des Gunslingers:

Dieser kleine Brit-Indiependent-Thriller lebt von zwei Dingen: den großartigen schauspielerischen Leistungen sowie der düster-melancholischen Grundstimmung, die nur selten durch humoristische Einsprengsel gelockert wird.
Am stärksten ist der Streifen in seinen Roadmovie-Phasen, in denen sich Roy und Adam allmählich näher kommen. Die Beiden reisen erst in einem geklauten Ford Granada, später einer von einem älteren Ehepaar gerippten VW Caravelle durch den Norden Englands. Erst auf der Suche nach dem Letten, später auf der Suche nach dem Mädchen. Dabei taut der abweisende Roy allmählich auf und empfindet fast so was wie Sympathie für den äußerlich großschnäuzigen, aber in Wirklichkeit total unsicheren Youngster.
Insbesondere Tim Roth ist famos: Nahezu ohne Worte meistert er es, das Gefühlsleben des Hitman auszubreiten, der genug hat und nur noch in den Ruhestand will. Trotz seiner sinistren Profession bleibt er immer höflich, versucht seinen „Projekten“ den Abschied von dieser Erde so angenehm wie möglich zu machen. Dabei wirkt er sogar richtig sympathisch ;-). Vor fast 30 Jahren tauchte Tim Roth bei seinem Kino-Debüt in dem Film „The Hit“ auf, in der er quasi den Part von Jack O’Donnell als heißsporniger Rookie an der Seite des abgeklärten John Hurt bekleidete. Muss ich auch mal wieder sehen. Es gibt hier schauspielerisch wirklich keine Schwachstellen: Intensiv ist auch Peter Mullan, der seinen Peter als bedrohlichen Psychopathen anlegt, dem man besser nicht in die Quere kommt.
Der Film spielt vor allem in Nordengland: Neben der Straße geben karge Landschaften, das graue Meer, wahlweise Industrieansiedlungen den Schlag vor. Entsprechend trübe sind die Bilder. Ganz klasse gelungen ist auch die Szene in der Pumpenstation, in der Adam nackt und gefesselt seiner Befragung entgegen sieht: tolle Atmo, schön eingefangen.
Ich weiß, ich mag hier ein wenig über die Stränge schlagen, doch dennoch vergebe ich an dieser Stelle eine liebhaberbefeuerte Höchstnote und das trotz eines nicht so zufrieden stellenden Finales:

Rating: $$$$$ (inklusive eines Fan-Dollars)

Splatter:

3/10