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Straße nach Nirgendwo

Info

OT: 
Straße nach Nirgendwo

Jahr: D 2009
R: Günther Brandl, Helmut Brandl, Monika Brandl
B: G.B./M.B.
K: H.B.
M: Michael Donner
D: G.B., M.B., H.B., Romy Glasel

Quelle: DVD (Brandl Pictures). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

André (Günther Brandl) ist Bestatter und nicht gerade ein Ausbund an Lebensfreude. Eines Tages findet er sich auf einer Straße wieder, ohne zu wissen, woher er kommt, wo er ist, wohin er fährt und was er dort will. Wie in Trance fährt er durch die Nacht. Dichter Nebel, Phantome am Straßenrand, Gaststätten, die es nicht gibt, oder Anhalter, die nach Kirschblüten duften und somit nach Tod, will man den Japanern folgen, lassen André bald an seinem Verstand zweifeln.

Die Kritik des Gunslingers:

Mit „Straße nach Nirgendwo“ legt Familie Brandl ihren bisher experimentellsten und gleichzeitig einen ihrer rundesten Streifen vor. Dementsprechend knapp fällt die Inhaltsangabe aus, denn um mehr zu verraten, müsste ich an dieser Stelle allzu hemmungslos spoilern. Daher sollen ausnahmsweise die obigen, vergleichsweise schmallippigen Zeilen ausreichen.
Strukturell versuchte man sich an einem etwas verschwurbelten Aufbau, der mich zumindest ein wenig an „Memento“ gemahnt. Die Handlung besteht aus zwei parallelen Strängen, von denen hier allerdings beide rückwärts laufen, wie der geneigte Zuseher nach einiger Zeit herausfindet. Strang Eins lässt uns André begleiten auf seiner surrealen Reise, während Strang Zwei Tatjana (Monika Brandl) zeigt, die den Verlust eines geliebten Menschen betrauert. Beide Plots des weitgehend schwarzweiß gehaltenen Films treffen sich am Ende in einem farbigen Anfang, wenn ihr versteht, was ich meine ;-).
Man muss den Brandls einfach zugestehen, dass sie Geschichten erzählen können und es dazu verstehen, diese in ein kleidsames – sprich unterhaltsames – Kostüm zu werfen. So kriegen sie hier den von der Anlage recht komplizierten Aufbau gut in den Griff, indem sie dem Streifen eine Art Kapitelstruktur verleihen. Die einzelnen, inhaltlich zusammenhängenden Abschnitte sind durch Schwarzblenden von einander getrennt. Atmosphärisch sehr gelungen, wartet der Film mit ein paar schönen Schockeffekten auf, die ein paar schwächere Momente – wie etwa die Kneipensequenz – ohne Probleme kompensieren. Ebenso verzeiht man gerne ein paar zu durchschaubare Tricks, wie das deutlich handüberklebte Verkehrsschild oder den Regen, der eigentlich nicht stattfindet ;-). Gut fand ich die Leistung Günther Brandls, der den Film schauspielerisch fast im Alleingang zu tragen hat, während der Rest des umfangreichen Casts deutlich in der zweiten Reihe bleibt.
Wie bei den anderen Brandl-Werken hat Michael Donner wieder einen wie Arsch auf Eimer passenden, weitgehend elektronischen Score beigesteuert, der die Atmo des Streifens fein befeuert. Die Kameraarbeit ist auf gewohnt hohem Niveau, und auch vom Ton her stimmt’s hier. Gerade die Takes im Innern des Autos dürften nicht leicht auszusteuern gewesen sein. Hier muss ich mich nicht verbiegen, um die Amateur-Höchstnote zu vergeben.

Rating: $$$$$ (von fünf Fandollars)

Splatter:

1/10

 

 

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