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Hexenjäger, Der

Info

OT: 
Witchfinder General

Jahr: GB/USA 1968
R:
Michael Reeves
B:
Tom Baker
K: John Coquillon
M: Paul Ferris
D: Vincent Price, Ian Ogilvy, Rupert Davies, Hilary Heath ("Hilary Dwyer"), Robert Russell

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Mitte des 17. Jahrhunderts herrscht Bürgerkrieg in England, Seuchen und Missernten zehren zusätzlich das Volk aus. Es herrscht Anarchie: ein florierendes Pflaster für Typen wie den fahrenden Anwalt Matthew Hopkins (Vincent Price), der sich zusammen mit mit seinem sadistischen Folterknecht John Stearne (Robert Russell) im Osten Englands als Hexenjäger von eigenen Gnaden betätigt. Wo immer jemand als Jünger Beelzebubs bezichtigt wird, sei es aus Aberglauben oder aber aus purem Neid, sind Hopkins und sein Knecht zur Stelle, um ein Geständnis abzufoltern und den Unglücklichen danach auf vielfältige Art und Weise den Garaus zu machen. Nebenbei füllen die Beiden ihre eigene Schatulle, denn die noch tätigen Behörden lassen eine Menge springen für Exekutionen. Und da pro Kopf bezahlt wird, legen Hopkins und Stearne eine hohe Schlagzahl vor.
Zu jener Zeit kämpft der stramme, junge Bauernbursch Richard Marshall (Ian Ogilvy) an der Seite von Oliver Cromwell; im kleinen Dörflein Brandeston hat er Sarah (Hilary Heath), die Nichte des Dorfpatriachen und Pastors John Lowes (Rupert Davies), zur Verlobten. Während eines kurzen Fronturlaubs bekommt er von Onkelchen die Erlaubnis, Sarah zu ehelichen, unter der Auflage, mit ihr aus dem Landstrich fortzuziehen. Lowes sieht dunkle Wolken des Verderbens über Brandeston aufziehen, und er soll damit schneller recht bekommen, als ihm lieb ist.
Nach Richards Abreise zur Truppe kehrt nämlich der Hexenjäger in den Weiler ein, denn auch Lowes wurde durch den Pöbel angeschwärzt. Hopkins beauftragt Stearne am Paster die Nadelprobe zu zelebrieren; als er die hübsche Sarah entdeckt, ändert er allerdings seinen Plan und lädt die Maid zum nächtlichen Tête-à-tête, während ihr Papa erstmal bis aufs Weitere nicht foltertechnisch belästigt, sondern gut im Kerker abgehangen wird. Stearne ist darob ziemlich angesäuert, weil man ihm seine beruflichen Freuden nahm, nur damit der Chef sich mit dem Weibsvolk vergnügen kann. Als dieser am Folgetag zu einen Ausflug in die Nachbargemeinden aufbricht, nutzt sein Knecht die Chance und vergewaltigt Sarah. So missbraucht findet wiederum Hopkins keinen Gefallen mehr an der gewaltsam Entjungferten und lässt dann auch gleich Lowes samt Gemahlin aufknüpfen.
Kurz darauf kehrt Richard nach Brandeston zurück und entdeckt die Tragödie. Stantepede heiratet er Sarah und gibt vor Gott neben dem Ehegelübde auch noch den Schwur ab, die Altvorderen zu rächen und Hopkins und Stearne zur Strecke zu bringen. Schnell ist Richard den Beiden auf den Fersen, aber der Inquisitor weiß das Parlament und die Magistraten zum Schutze hinter sich...

Die Kritik des Sargnagels:

Dem aufstrebenden Jungregisseur Michael Reeves gelang nach dem bemerkenswerten Psycho-Horror "Im Banne des Dr. Monserrat" 1968 schon mit seiner vierten Regiearbeit ein echter Klassiker des GB-Historien-Grusels, der eine kleine Welle an Hexen- und Folterstreifen auslöste (u.a. der berüchtigte "Mark of the Devil"). Reeves hält sich lose an die historischen Fakten über Hopkins und Stearne und bastelte zum Thema eine äußerst passende Story, die einige Facetten des damaligen Hexenwahns beleuchtet.
Anders als in den Hammer-Produktionen oder den Lovecraft-Verfilmungen von Roger Corman, sind hier die Bilder kühl, fast schon blass, mit einigen erstklassigen Außenaufnahmen. Zwar herrscht für englische Verhältnisse allerbestes Wetter, es regnet nie, aber dennoch liegt immer ein atmosphärischer Schauer über der Szenerie. Schon die konsequente Eingangssequenz samt Vorspann sorgt für die latent unwohlige Stimmung, die der Streifen dann auch bis zum Schluss beibehält.
Die Rolle des Witchfinder General gehört zu den großen Altrollen des Vincent Price, hervorragend wie er dem Hexenjäger ohne große mimische Übertreibung diabolische Züge verleiht, da ist nix von Overacting zu spüren. Ansonsten ist ist der restliche Cast guter Standard, die Schauspieler verstehen ihr Handwerk.
Neben der schon gelobten Kameraarbeit kann auch die musikalische Untermalung von Paul Ferris trumpfen, der einen Psycho-Score mit schrillen und nervenzerrenden Streichern serviert. Die Gewalt- und Folterszenen sind zwar nicht gerade Gore (das Kunstblut kommt doch sehr ketchup-rot rüber), dafür aber ziemlich explizit und für ´68 mit einer außergewöhnlichen Härte.
Rundum eine gelungene Nummer, für Freunde des Brit-Horrors ist diese Tigon-Produktion ein Pflichstreifen.

Die Kritik des Gunslingers:

Michael Reeves war Autodidakt und lernte in erster Linie durch immensen Filmkonsum, in zweiter Linie durch einige Regieassistenzen im Italohorror. Der vorliegende Streifen war sein bekanntestes Werk und leider Vermächtnis in einem, gleichzeitig legte er mit dieser Arbeit die Mutter aller Inquisitionsfilme vor. Zwar produzierten die britischen Tigon-Studios mit, doch vermarktet wurde der Streifen durch Hammer. Der Film überzeugt durch seine authentische und frostige Atmo, die dem herrschenden Dauersonnenschein höhnisch ins Gesicht lacht, sowie drastische Gewalttätigkeiten. Die Darsteller, ausgenommen die plärrige Debütantin Hilary Dwyer, sind spitze, allen voran natürlich Vince Price und Robert Russell. Doch auch Ian Ogilvy macht seine Sache gut, seine Wandlung vom aufrechten und integren Soldaten zum vom Wahnsinn umflorten Rächer ist glaubhaft. Das Ende sieht ver- und zerstörte Charaktere, denen ein Happy-End versagt bleibt. Wenn man so will, kann man Reeves' Film als Plädoyer gegen die Gewalt sehen, die nur zerstört, aber nicht ein Problem löst. Michael Reeves starb kurz nach Fertigstellung an einer Überdosis Pillen. Die bereits angelaufenen Dreharbeiten zu "Der Todesgriff der roten Maske" schloss Gordon Hessler ab.

Rating: $$$$$- / $$$$+ (GS)

Splatter:

5/10

 

 

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