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Teufel mit der weißen Weste, Der

Info

OT: 
Le Doulos
AT:
Lo Spione

Jahr: F/I 1963
R, B:
Jean Pierre Melville
K:
Nicolas Hayer
M:
Paul Misraki
D:
Serge Reggiani, Jean-Paul Belmondo, Jean Desailly, Philippe March

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Es hatte eigentlich ein simpler, kleiner Coup sein sollen für Maurice Faugel (Serge Reggiani). Doch dann hatte ihn jemand bei den Bullen verpfiffen, und aus dem kleinen Ding wurden vier Jahre Knast. Nun ist Faugel bereits ein halbes Jahr wieder draußen, hockt bei seiner Bekannten Thérèse (Monique Hennessy) ein und will nochmal Kasse machen, bevor er ehrlich wird.
Zusammen mit dem Schränker Remy (Philippe Nahon) rückt Maurice also einem Tresor in einer abgelegenen Pariser Vorort-Villa auf die Pelle. Keine große Sache, doch wieder haben die Cops Wind von dem Bruch bekommen. Während für Remy und Inspektor Salignari (Daniel Cohem) Endstation auf dem nassen Asphalt ist, kann Maurice verwundet, aber unerkannt entwischen. Nun ist die Frage, wer sie hingehängt hat. Heißer Kandiat für den Polizeispitzel ist der zwielichtige Silien (Jean-Paul Belmondo), ein selbst in der Unterwelt übel beleumundeter Kantonist, der zudem von der Sache wusste.
Die Bullen in Gestalt von Inspektor Clain (Jean Desailly) setzen Maurice allerdings erstmal wegen einer anderen Sache – immerhin Mord – fest. Und der ist sich immer sicherer, dass Silien ihn nicht nur in diesem Fall verraten hat. Im U-Haft engagiert er daher den kurz vor der Entlassung stehenden bulligen Kern (Carl Studer), um der linken Wehe das Lebenslicht auszupusten. Doch dann werden die Karten überraschend neu gemischt: Silien nämlich eist Maurice aus dem Knast los, indem er den Maurice zur Last gelegten Mord dem unschuldigen Barbesitzer Nuttheccio (Michel Piccoli) in die Schuhe schiebt und das auch gleich fallabschließend bereinigt.

Zitate:

Jean (Philippe March): „Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, dass ich das hübsche Kind in den Steinbruch gefahren habe.“ – Maurice: „Nein.“ – „Das hat mich einen sehr eleganten Staubmantel gekostet. Fast neu.“

Die Kritik des Gunslingers:

Jean Pierre Melville ist ausgewiesener Spezialist, wenn es um eisige Noirs geht. Während seine Kollegen sich an der Nouvelle Vague abarbeiteten, bescherte er uns vom amerikanischen Thriller inspirierte Gangster-Balladen.
Am deutlichsten ist das rein optisch an vorliegendem Streifen zu beobachten. Die hoffnungslosen Figuren bewegen sich in einer ebenso trostlosen Welt, in der es niemals so richtig Tag wird. Hier ist Freundschaft Schwäche, Vertrauen ein fast tödlicher Fehler, selbst Rache ein Geschäft; getötet wird meistens leidenschaftslos. Männer in Trenchcoats wehen durch den Regen und die Zeit; auf nassen Straßen, in abgerockten Häusern am Bahndamm oder in Jazz-Clubs erfüllen sich ihre Schicksale.
Entsprechend kontrastreich, mit mehr Schatten als Licht sind die Sets ausgeleuchtet, eingefangen in klasse Schwarzweiß-Bildern. Die Geschichte ist ein wenig vertrackt, die Informationen fließen so, wie die Protagonisten sie erhalten. Schauspielerisch tragen allein Serge Reggiani und vor allem Belmondo als Antagonisten den Film. Dementsprechend wechselt die Erzählperspektive immer wieder hin und her. Ab und an ist eine Rückblende eingeschoben, um Wissenslücken zu schließen. Auch dies ein immer wieder verwendetes Stilmittel aus Melvilles amerikanischen Vorbildern.
Auf die Ohren gibt’s viel Trompete, Piano und Streicherpassagen. Klasse Streifen, dem ich an dieser Stelle die Höchstnote nicht verwehren mag.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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