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Was geschah wirklich mit Baby Jane?

Info

OT: 
What ever happened to Baby Jane?

Jahr: USA 1962
R: Robert Aldrich
B: Lukas Heller
K: Ernest Haller
M: Frank De Vol („DeVol“)
D: Bette Davis, Joan Crawford, Victor Buono, Maidie Norman

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Als kleines Mädchen war „Baby“ Jane Hudson (Bette Davis) mit ihren Gesangs- und Tanzdarbietungen gefeierter Bühnenstar. Immer im Schatten stand ihre Schwester Blanche (Joan Crawford), was sich allerdings später ändert: Während Blanche in Hollywood Erfolge feiert, geht’s mit Jane den Bach runter: Alkoholexzesse und grauenvolle Auftritte in Filmen, die die Studios gar nicht erst herausbringen, demontieren den Ruf des einstigen Kinderstars unwiderruflich. Zudem gilt sie als Verursacherin eines mysteriösen Autounfalls, der ihre Schwester in den Rollstuhl brachte.
30 Jahre später leben die Beiden allein in einer großen Villa, abgeschottet von den Nachbarn und machen sich das Leben zur Hölle. Jane kümmert sich notgedrungen um ihre Schwester, hängt aber wieder an der Flasche. Blanche wiederum kitzelt ab und an das schlechte Gewissen Janes, indem sie deren Erinnerung an den Unfall wach hält. Die Situation eskaliert endgültig, als Jane hinter die Pläne ihre Schwester kommt, die Butze zu verhökern und sie, Jane, in ein Heim abzuschieben. Rigoros kappt sie der Gehandicapten alle Verbindungen zu Außenwelt und hält sie im Obergeschoss des Hauses wie eine Gefangene. Dazu quält sie Blanche mit körperlicher Gewalt und fiesen Nickligkeiten, in dem sie ihr zum Beispiel ihren Kanarienvogel oder auch schon mal eine Ratte aus dem Keller zum Lunch serviert. Aber das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht.

Zitate

Jane: „Ich schwöre dir, dass du dieses Haus nie wieder verlassen wirst.“

Blanche: „Du könntest mir nie diese furchtbaren Dinge antun, wenn ich nicht in diesem Stuhl sitzen würde.“ – Jane: „Aber du sitzt nun mal drin, Blanche. Du sitzt nun mal drin.“

Blanche: „Du hast mein Frühstück vergessen.“ – Jane: „Ich habe dein Frühstück nicht vergessen. Du hast dein Frühstück nicht gekriegt.“

Die Kritik des Gunslingers:

In diesem Independent-Streifen führte Regisseur Robert Aldrich das erste Mal Joan Crawford und Bette Davis zusammen, die beiden großen Konkurrentinnen aus Hollywoods goldenen Jahren. Es sollte das letzte Mal bleiben: Zwei Jahre später wollte Aldrich die beiden Diven auch für den Nachbrenner „Wiegenlied für eine Leiche“. Dies scheiterte daran, dass die Crawford nach Beginn der Dreharbeiten erkrankte.
Trotz eines auf dem Papier gar nicht so kleinen Casts, ist der Streifen einzig und allein als Schlagabtausch zwischen den beiden Protagonistinnen konzipiert. Und die machen ihre Sache so famos, dass trotz der Laufzeit von über zwei Stunden kein Jota Langeweile aufkommt. Im Gegenteil: Das Psychoduell ist dermaßen gut in Szene gesetzt, gespielt und fotografiert, dass die Spannung immer deutlich über der Null-Linie verharrt, bis zum bizarren Klimax am Strand.
Bette Davis hat dabei gegenüber Joan Crawford den eindeutig dankbareren, plakativeren Part, und das kostet sie bis zur Neige aus. Mit grell-maskenartigem Makeup spielt sie Jane: neidzerfressen, schuldbewusst, neurotisch, die zudem nie realisiert hat, dass sie nicht mehr das kleine Mädchen aus ihrer Fantasie und Erinnerung ist. Ganz klasse ist beispielsweise eine Szene, in der sie selbstvergessen, fast in Kleinmädchenmanier ihre alten Lieder singt, bis sie bei Ansicht ihres Spiegelbildes schockiert zu weinen beginnt. Joan Crawford verbleiben die stillen Szenen, um ihr Können zu zeigen. Während Jane zetert und schlägt, hat Blanche subtilere Methoden, die Janes Hass irgendwann verständlich werden lassen. Wenn sie ihre ohnehin aufbrausende Schwester mit dem Summer an ihrem Bett reizt bis aufs Blut, sie mit mildem, aber letztlich vergiftetem Lächeln springen lässt und dabei immer vorgibt, nur das beste für die labile Jane zu wollen. Am Ende hat sie dann sogar den eigentlichen Knalleffekt, als sie viel zu spät die Bombe platzen lässt. Ganz großartig.

Rating: $$$$$

Splatter:

1/10

 

 

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