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Blueberry und der Fluch der Dämonen

Info

OT: 
Blueberry

AT:
Blueberry: L'Expérience secrète

Jahr: F/MEX 2004
R, B: Jan Kounen
B: Gérard Brach, Matt Alexander
K: Tetsuo Nagata
M: Jean-Jacques Hertz, François Roy
D: Vincent Cassel, Michael Madsen, Temuera Morrison, Juliette Lewis

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Aus vergleichsweise behüteten Verhältnissen in Louisiana wird Michael Blueberry (Hugh O’Connor/Vincent Cassel) zu seinem Onkel (Tchéky Karyo) in den Westen geschickt. Doch dessen Ranch entpuppt sich als elende Klitsche, und Onkelchen selbst ist nur am mitgegebenen „Erziehungsgeld“ des Burschen interessiert.
Die Beiden haben gar keine Zeit, sich aneinander zu gewöhnen; schon am ersten Abend gerät Mike in Streit mit dem Gunslinger Wally Blount (Michael Madsen) um die junge Hure Madeleine (Vahina Giocante). Das Ende vom Lied: Madeleine ist tot, der Saloon abgefackelt, und Mikey landet schwer verletzt in der Wildnis. Hier päppelt ihn eine Apatschenfamilie wieder auf, bei der er lebt, bis er nach Jahren wieder in die *hust* Zivilisation zurückkehrt.
Als Sheriff eines kleinen Kaffs bemüht er sich um ein reibungsloses Zusammenleben mit den Indianern. Dann rollt richtig Ärger an. Anlass sind zwei windige Hunde, die auf der Suche nach dem goldträchtigen „Heiligen Berg“ der Apatschen ins Indianerland eindringen. Sie sind im Besitz einer alten indianischen Karte, hinter der auch Wally Blount her ist, der mit einem Pärchen finsterer Mexe im Schlepptau wieder auftaucht: Aus dem Saloonbrand seinerzeit ist er, nun ja, spirituell verändert hervorgegangen. Ihm geht’s daher um mehr als um Gold.
Michael, dem immer noch die alten Geschehnisse zusetzen, muss Blount stoppen, ehe sich dieser des mystischen Geheimnisses der Apatschen bemächtigen kann. Nach einer drogengeschwängerten Meditationssession im Forst macht er sich mit seinem Deputy Jimmy (Colm Meaney) und dem Apatschen-Schamanen Runi (Temuera Morrison) auf den Weg zum Heiligen Berg.

Zitate:

Blount: „Ich werde dich wohl aufschlitzen müssen.“ (zum zwielichtigen Prosit (Eddie Izzard), der zur eigenen Sicherheit die entscheidenden Seiten des Indianerdokuments verschluckt hat)

Die Kritik des Gunslingers:

Kinder, was waren das noch für Zeiten, als sich im Western wortkarge Revolverschwinger gegenseitig Löcher in den Pelz brannten. Und die Gier nach Gold, die Suche nach Rache oder gleich beides, respektive das Verhindern aller die einzigen Antriebswellen waren. Hier hetzt der Niederländer Jan Kounen zwei Individuen aufeinander – zerquält der eine, auf spirituellen Machtgewinn aus der andere – die sich zum Showdown in einer durch Drogen erzeugten, virtuellen Realität treffen.
Erst sieben Jahre nach seinem fulminanten „Dobermann“ ließ Kounen diesen, seinen nächsten Streifen folgen und vertraute wieder Vincent Cassel die Hauptrolle an. Er verarbeitet lose Motive aus der Comic-Reihe um „Leutnant Blueberry“, die Jean Giraud, bekannter unter seinem Pseudonym „Moebius“, bis in die 90er-Jahre zeichnete. Eines wollte Kounen sicher nicht: einen straighten Western drehen. So dauert es eine geraume Zeit, bis sich der Zuschauer in dem Film akklimatisiert hat. Handlungs-, Orts- und Zeitsprünge sowie die für einen Western erst einmal ungewohnte Bildsprache erleichtern nicht gerade den Zugang. Zeitraffer-Bilder von sich fleischig öffnenden Blüten, Kameraflüge über die Savanne und durch Täler oder subjektive Kameraeinstellungen aus Sicht eines Adlers erinnerten mich eher an so meditative Streifen wie „Koyaanisquatsi“. Das Gefühl unterstützt der Score, der in weiten Teilen aus sparsamst instrumentierter, indianischer Musik besteht. Viel Raum nimmt auch die optische Schilderung von Drogenimpressionen ein: Hierbei kommt noch ein gewisser „Matrix“-Touch rein, wenn beispielsweise Michael sich inmitten wirbelnder Schlangenleiber wiederfindet. Und auch die Grals-Geschichte hat ihre Spuren hinterlassen.
Die Bilder sind ein Hauptplus des Streifens, der sehr laid back daherkommt. Dazu kommt sehr viel verschwurbelte Selbstfindungs-Indianer-Mystik. Klasse allerdings die beiden Hauptdarsteller Cassel/Madsen.

Rating: $$$+

Bodycount:

ca. 20 Indianer, Gringos, Mexikaner, 1e Frau

Explizite Brutalitäten:

  • Blounts Schergen versuchen, den außer Gefecht gesetzten Blueberry anzuzünden, um ihm dasselbe Erlebnis wie einst Blount zu bescheren
  • Blount legt ohne Not den Großrancher Sullivan (Geoffrey Lewis) um

Liebe:

Liebe auf den ersten Blick zwischen Michael und Madeleine; Maria Morrison (Juliette Lewis) liebt Michael, doch begegnen sich die Turteltäubchen nicht so oft ;-): insgesamt 2/10

Splatter:

3/10

Spezialitäten:

Diverse potente indianische Kräutertränke

 

 

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