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Bereits während des Zweiten Weltkriegs entstand in Japan das „Science Research Institute“ (S.R.I.). Unter seinem Dach greifen zivile Spezialisten der Polizei unter die hilflosen Ärmchen, wenn die nicht weiter kommt bei Fällen, in denen scheinbar Übernatürliches eine Rolle spielt. Mit einem Arsenal modernster, futuristischer Wissenschaft und umfassendem Know-how ausgestattet, kann das kleine Team um Tadashi Matoya (Miho Hara) nahezu allen Fällen einen höchst natürlichen Ursprung zuweisen. Allerdings sind ihre Opponenten mit allen technischen und (pseudo-)naturwissenschaftlichen Wassern gewaschen: von gespiegelten Hologrammen bis zur virtuellen Realität und seltsamen Drogen.

Info

OT:
Kaiki daisakusen

AT:
Kaiki S.R.I.
Operation Mystery!

Serientyp: Serie (Eine Staffel à 26 Episoden)
Jahr: J 1968 – 1969
Dt. Erstausstrahlung: 1971, ZDF
Laufzeit je Episode: 25 Minuten
Titeltrack („The Town of Fear“): Naozumi Yamamoto, Tetsuo Kinjô, Band: The Honey Knights
Hauptdarsteller: Shin Kishida, Seiji Matsuyama, Yasumi Hara, Homare Suguro

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Hauptcharaktere:

Tadashi Matoya (Yasumi Hara):
Steht dem S.R.I. vor, hat aber nix Väterliches an sich. Legt nicht nur das strategische Vorgehen fest, sondern ist gerne mit dabei, wenn’s darum geht, Finsterlingen das Fell zu bläuen.

Shiro Maki (Shin Kishida):
Maki ist der wissenschaftliche Kopf und Tüftler. Zwar kann auch er kräftig hinlangen, wenn Not am Mann ist, doch setzt er lieber sein Hirn ein, um die Fälle zu klären

Hiroshi Nomura (Seiji Matsuyama):
Nomura ist der Sonnyboy der Truppe, sozusagen der „Ringo Starr“. Er ist modebewusst, fährt Sportwagen und ist ein Kindskopf, der sich zum Beispiel für kleine Zaubertricks begeistern kann.

Kyôsuke Misawa (Homare Suguro):
Misawa ist ein eher ruhiger Vertreter. Er ist zwar gerne im Außendienst, unterstützt aber auch Maki bei seinen Experimenten und hat wie dieser ein Faible für wissenschaftliche Arbeit.

Saori Ogawa (Reiko Kobashi):
Innendienstmitarbeiterin beim S.R.I.. Ihre genaue Position hat sich mir nicht so recht erschlossen. Mal wirkt sie wie die Sekretärin, dann wieder wie eine vollwertige Agentin. Sie gibt mit ihren beiläufigen, von den Kollegen zuerst meistens belachten Äußerungen, den Ermittlungen sehr oft erst die richtige Richtung.

Taizo Machida (Akij Kobayashi):
Status ungeklärt. Machida scheint so etwas wie der Polizei-Verbindungsmann bei der S.R.I. zu sein; darauf deutet sein Titel „Inspektor“ hin. Er ist aber in das Team integriert und tut dort kräftig mit. Wirkt immer etwas säuerlich und lässt ab und an einen kargen Oneliner vom Stapel. Machida raucht eigentlich nicht, schnorrt aber bei allen Kippen.

Die Kritik des Gunslingers:

Ich habe eine ganz frühe Erinnerung an die Serie: Wir besuchten unsere Verwandtschaft, und als wir dort ankamen, lief gerade „S.R.I.“ in der Schwarz-Weiß-Glotze. Bis heute kann ich mich an Hände erinnern, die sich aus dem Wasser empor recken und die grausliche weiße Frau, die langsam aus dem Wasser auftaucht und ihr skelettiertes Gesicht in die Kamera drehte. Bezeichnenderweise ist dies neben dem Titel der Serie das einzige, was mir von jenem Besuch in Erinnerung geblieben ist.
Die Folge, deren Szenen sich in mein Kinderhirn gegraben hatten, hieß „Die weißen Hände von Hai-ke“, wie ich erst jetzt von der in diesem Jahr erschienenen Pidax-Scheibe weiß, auf der die deutsch synchronisierten Episoden enthalten sind. Dem rührigen Hans Schaffner ist es zu verdanken, dass die deutsche Tonspur wieder aufgetaucht ist. Weder das ZDF, das 1971 einmalig lediglich 13 der in sich abgeschlossenen Episoden in geänderter Reihenfolge ausgestrahlt hatte, noch die japanischen Lizenzgeber konnten dabei weiterhelfen.
Wie es Schaffner dennoch anstellte, verrät er nicht, aber Pidax legte noch ein Remastering des Materials drauf, und heraus kam eine Perle für alle, die mit knalligem Sixties-Fernsehen mit gehörigem Trash-Appeal was anfangen können. Besonders schön ist hier zu sehen, wie die Japaner westliche Einflüsse aufsaugen und diese teilweise überdreht bis zur Karikatur assimilieren: Die Sixties-Cocktail-Mucke ist schräger, die Outfits zum Teil extremer, die Drinks bunter und dazu farblich auf die Einrichtung abgestimmt, Nomuras Sportwagen ist gelinde gesagt bizarr und dergleichen mehr.
Die Geschichten sind flott erzählt und knallen im Stil von Comics. Doch immer wieder tritt inmitten aller überdrehter Launigkeit Nachdenkliches zu Tage. Ob es um den Verlust alter, traditioneller Werte geht („Ich will Kyoto kaufen“), Raubbau an der Natur und das Verschwinden dörflicher Strukturen („Der Fluch der Samurai“) oder Weltkriegsveteranen, für die der Krieg nie geendet hat („Krieg auf eigene Faust“). Atmosphärisch bewegen sich die Episoden innerhalb der Eckpunkte Horror, Science Fiction und Thriller. Es waren gerade die Horror-Elemente, die für eine Serie ungewöhnlich waren, und die das deutsche Vorabendpublikum, das eher gemächliche Kost gewöhnt war und diese erwartete, kräftig flashte.
Besonders die „wissenschaftlichen“ Abstecher, wenn’s darum geht, technisch versierten Superschurken das Handwerk zu legen, sorgen heute gerne für kräftiges Schmunzeln. Das Meerschweinchen – zu sehen ist übrigens eindeutig eine Ratte – das lernt, unter Wasser zu atmen, ein Sterbender, der zu einem kriechenden Schwefelglibber mutiert, Ionentransformatoren oder Gase, die unsichtbar machen: alles Kraftfutter für unser Trash-O-Meter. Tricktechnisch kann man das Ganze maximal als charmant bezeichnen, doch macht das schließlich auch einen Teil des Reizes aus, den die Serie bis heute noch ausstrahlt. Der Titeltrack ist im Übrigen große Klasse (Zwinkern), wie ihr selbst hören könnt.

Rating: $$$$+ (Trash: $$$$$)

Nice to know:

Von der Presse unisono zerrissen, vom Großteil des Publikums geliebt. So kann man die Wirkung von „S.R.I.“ bei ihrer einzigen TV-Ausstrahlung, 1971, zusammenfassen. Nach zehn der 13 angekauften Folgen verlangte der Fernsehrat, die Serie abzusetzen. Der konnte nur überzeugt werden, indem man versprach, „S.R.I.“ nach der letzten Folge im „Giftschrank“ verschwinden zu lassen. Und so geschah es: Nach 13 Folgen war unwiderruflich Schluss. Bis heute (Zwinkern).

Nachtrag:

Dank Pidax sind seit 2014 nun auch 12 der nie im deutschen TV ausgestrahlten Folgen erhältlich. Diese wurden allerdings nie synchronisiert. Sie kommen daher in japanischer Originalfassung, deutsch untertitelt. Nun ja, ganz vollständig sind wir immer noch nicht: Eine Episode ist aufgrund von ungeklärten Urheberrechten nach wie vor nicht zugänglich.

Intro/Trailer:

Der Vorspann der japanischen Fassung.

Der Trailer zu den zweiten zwölf Folgen

Der Serien-Trailer zu den ersten 13 Episoden

Screenshots