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Sadistico - Wunschkonzert für einen Toten

Info

OT: 
Play Misty for me

Jahr: USA 1971
R: Clint Eastwood
B: Clint Eastwood, Joe Heims
K: Bruce Surtees
M: Dee Barton, Roberta Flack, diverse
D: Clint Eastwood, Jessica Walter, Donna Mills, John Larch, Clarice Taylor

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Dave Garver (Clint Eastwood) ist der angesagteste Night-DJ im gesamten Monterrey County. Mit sonorer Stimme und Charisma präsentiert er allnächtlich Schenkelspreizer für die Kuschelstunden; größere Radiostationen sind schon auf ihn aufmerksam geworden, und auch privat kann der liebenswürdige Macho mit seinen beruflichen Qualifikationen bei den Frolleins punkten.
Nachdem ihn seine Ex-Flamme Tobie (Donna Mills) sang- und klanglos verlassen hatte, plagen den Jungesellen keine Skrupel ob seiner promiskuitiven Lebensweise, und so hat auch die passionierte Night-Show-Hörerin Evelyn (Jessica Walter) leichtes Spiel, den an der Bar verwaisten Dave direktamente in die Kissen zu befördern. Für den DJ solls ein One Night Stand bleiben, aber Evelyn hat schon längerfristige Planungen und überrennt am nächsten Tage Dave mit Herzlichkeiten. Der kann sich kaum wehren und landet daraufhin immer wieder mit Evelyn in der Falle, obwohl ihm eine feste Beziehungskiste alles andere als vorschwebt.
Als Tobie nach Monaten wieder in heimischen Gefilden auftaucht, dauerts nicht lange und die erloschene Liebe zu ihrem Ex-Lover flammt wieder auf. Was Evelyn überhaupt nicht schmeckt; nach einer lautstarken, finalen Aussprache öffnet sie sich theatralisch in Daves Behausung die Pulsadern. Dave holt zwar rechtzeitig den Notarzt, ist nun aber auch noch moralisch an die immer cholerischer werdende Evelyn gebunden.
Die hat inzwischen ihre eigenen Grenzen schon längst überschritten und lässt´s nicht mehr nur bei Psychospielchen bewenden, was Daves persönliche Umgebung äußerst schmerzhaft erfahren muss...

Die Kritik des Sargnagels:

Feines Regie-Debut von Clint Eastwood, dem man hier schon anmerkt, dass er sich bei seinen großen Regiemeistern Leone und Siegel (hier sogar mit Kleinstauftritt) sicherlich Einiges abgeschaut hat. Weniger inhaltlich, der Psychothrill gehörte nun nicht gerade zum Standard-Genre der beiden Genannten; eher strahlt der Streifen eine gewisse Routine und Souveränität aus, die man bei einem Neuling nicht erwarten würde. Weder missglückte Experimente, aufdringliche Ambitionen, verworrene Logikonstrukte noch allzu billiges Daherkommen stören den Genuss. Eastwood münzt seine begrenzten Mittel geschickt wie einfach um und schafft damit von Anfang an eine zwar oberflächlich unspektakuläre Szenerie, in der es aber schwelend immer schlimmer zu gären beginnt. Aufgrund des letzten Drittels könnte man den Streifen sogar als "Pre-Slasher" bezeichnen.
Alles ist hier natürlich nicht Gold was glänzt, der Streifen hat schon ein paar Längen durch zu ausgedehnte bzw. überflüssige Einstellungen, wie z.B. die elendslange Strandszene, in deren Hintergrund Roberta Flacks Edel-Schmalzer "The First Time Ever I Saw Your Face" vollständig durchläuft. Coole Nummer, nix zu kritteln, aber dazu vier Minuten Geknutsche und Händchenhalten sind eben thrill-raubend.
Glücklicherweise findet Eastwood dann doch wieder auf den richtigen Pfad zurück und lässt die Evelyn immer mehr durchknallen.
Beim Cast machte Eastwood keine Kompromisse und besetzte mit erfahrenen TV-Akteuren, von denen vor allem Jessica Walter eine erstklassige Performance bietet und glaubhaft ohne Übertrieb Evelyns Psychose rüber bringt, vom flehenden Betteln um Zuneigung bis zu den cholerischen Totalausfällen. Clint selbst wirkt dagegen oftmals etwas angestrengt und passiv, vielleicht lag´s ja an der erstmaligen Doppelbelastung.
Soundtechnisch setzte Eastwood auf seine privaten Steckenpferdchen Jazz und Soul, mischte sogar Auftritte von Johnny Otis und Cannonball Adderly beim Monterey Jazz Festival mit in den Streifen. Feine Ware für Freunde des Handgespielten.
Ansonsten ist der Streifen, wie oben erwähnt, mit ein paar kleinen Holprern routiniert abgekurbelt; handwerklich gibt´s Solides auf gehobenem B-Niveau.
Fazit: Guter "Schnitt" – ein klassischer Midnight-Movie, den man am besten mit einer Tüte Chips und DosBier würzt.

Rating: $$$+

Splatter:

4/10

 

 

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