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Nimm´s leicht, nimm Dynamit

Info

OT: 
Ne nous fâchons pas

Jahr: F 1966
R, B:
Georges Lautner
B:
Michel Audiard
K: Maurice Fellous
M: Bernard Gérard
D: Lino Ventura, Michel Constantin, Jean Lefebvre, Mireille Darc, Tommy Duggan

Quelle: TV (ARD)

 

Inhalt

Antoine Beretto (Lino Ventura) hat seinen abenteuerlichen Lifestyle als Banken-Profi hinter sich gelassen und sich eine saubere Existenz als Luxus-Yacht-Verleiher zugelegt. Auch wenn er sich nun ordentlich am Riemen reißt, sein cholerischer Charakter bricht immer wieder durch, wenn man ihm übel mitspielen möchte.
Als ihn eines Tages "alte Freunde" aus vergangenen Zeiten besuchen und um Fluchthilfe bitten, kann Beretto nicht aus seiner Haut, drückt ihnen 40.000 Francs in die Hand und lässt sie nach Portofino in Italien übersetzen. Als Wiedergutmachung bieten ihm die Ex-Kollegen ein Wechselgeschäft an: Denen schuldet der windige Buchmacher Michalon (Jean Lefebvre) in St.Tropez eben jene 40.000 Flocken, die sich Beretto nun selber krallen darf.
Der hat darauf eigentlich überhaupt keinen Bock; aber die Kohlen einfach so in den Wind schießen geht nicht, zudem hat sein alter Spezl Jeff (Michel Constantin) auch mal wieder einen Besuch verdient.
An der Côte angekommen, macht er sich gleich auf zu Michalon. In dessen Butze kommt es zu einem verhängnisvollen Zusammentreffen: Ein Einbrecher möchte dem schlafenden Wettanbieter den Garaus machen, was der justamente auftauchende Beretto allerdings verhindern kann. Mit der Leiche des Einbrechers - eines jungen Engländers - hat sich Beretto nun aber einen ordentlichen Bock geschossen, war dieser doch Mitglied der Beatnik-Bande des englischen "Colonels" (Tommy Duggan).
Der Colonel plant einen fetten Flughafen-Raub und glaubt, Michalon wäre zufällig Mitwisser des Plans geworden. Der Buchmacher stellt somit ein Sicherheitsrisiko für seine Unternehmung dar.
In Jeffs Restaurant treffen sich nun alle Beteiligten, um die Chose auseinander zu klamüsern. Beretto verbürgt sich für Michalon, schließlich steht ja noch Geld aus; der Colonel scheint darauf einzugehen.
Als jedoch die ersten Sprengstoffanschläge auf Beretto und Co. verübt werden, heißt es die Füße in die Hand nehmen und schlagartig St. Tropez verlassen. Nach einer kurzen Odyssee landen die Drei bei Michalons (Noch-)Ehefrau Eglantine (Mireille Darc), die ihnen Unterschlupf gewährt.
Und von dort aus wird der große Gegenschlag geplant...

Zitate

"In der Gewichtsklasse könnt´ ich ihn präparieren... à la Cleopatra. Das ägyptische Meisterwerk, unzerstörbar!" (Jeff kennt ´nen Leichenentsorger vom Fach)

"Am Ende tut´s mir noch so leid, das ich dich abliefer´ in einem Heim für Findelkinder!" (Beretto entwickelt langsam väterliche Gefühle für Michalon)

Die Kritik des Sargnagels:


Georges Lautner drehte mit Ventura schon die beiden Crime-Comedies "Mordrezepte der Barbouzes" und "Mein Onkel, der Gangster", auch bei "Nimm´s leicht, nimm Dynamit" hält sich das Duo ans bewährte Konzept: coole Sprüche, satte Action, immer nah am Zeitgeist und Ventura in der Rolle des unfreiwilligen Killers. Der gute Lino ist auch hier wieder jeden Centime wert und drückt dem Beretto seinen unverkennbaren Stempel auf.
Dazu Michel Constantin und Jean Lefebvre (bekannt als Fougasse aus den Gendarm-Streifen mit LdF, spielte auch schon im "Onkel" mit) - zwei absolute Granaten als Sidekicks, die mit offensichtlicher Spielfreude der Story noch mehr Drive verpassen und alles andere als Stichwortgeber für Ventura markieren. Mireille Darc ist vor allem hübsch und bezaubert mit einem Sommersprossen-Lächeln zum Dahinschmelzen.
Witzig sind vor allem die knapp der Pubertät entwachsenen Beat-Buben des Colonels, denen Lautner stilecht einen Fuhrpark aus roten Kleinkrafträdern der Marke Honda samt schräger Gadgets wie z.B. einen Moped-Mörser und Zeitbömbchen in Form einer stylischen Eieruhr spendierte. Das Beatnik-Ambiente wird durch "unmotivierte" Tanz- und Groove-Einlagen der Jungs noch unterstrichen, der Sound dazu ist schön beat-schnulzig bis fuzzig-psychedelisch – eben der Sound von ´67.
Action ist dauerhaft geboten; es zischelt, rappelt und explodiert, dass es eine wahre Pracht ist, nur unterbrochen von kultigen Dialogsequenzen - Arnold Marquis (Ventura), Rainer Brandt (Constantin) und Harald Juhnke ( !, Lefebvre) sei Dank. Eine der besten deutschen Syncs, die ich kenne. Und das nicht wegen Brandts Geschnodder, sondern weil das deutsche Script wirklich gut war und die Jungs daraus was richtig Feines gemacht haben.
Alles in allem: Genuss ohne Reue, ein Paradebeispiel für 'Gangsterstreifen mit Augenzwinkern' aus dem Franzosenland.

Rating: $$$$+

Splatter:

0/10

 

 

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