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Fischzug für 300 Millionen, Ein

Zwar kein Trailer, aber immerhin gibt's was auf die Ohren (wink)

Info

OT: 
Un’Anguilla da 300 Milioni

Jahr: I 1971
R, B:
Salvatore Samperi
B:
Aldo Lado
K:
Franco di Giacomo
M:
Fiorenzo Carpi
D:
Lino Toffolo, Ottavia Piccolo, Mario Adorf, Rodolfo Baldini

Quelle: TV (BR)

 

Inhalt

In einem kleinen Kaff unweit von Venedig schiebt der arbeitslose Bissa (Lino Toffolo) eine ruhige Kugel. Zwar kann er von seiner Veteranen-Pension kaum leben, doch ist das Schwarzangeln von Aalen, die er an die örtliche Gastronomie verscherbelt, recht einträglich. So gruppiert sich Bissas Tag um Sitzungen in der Dorf-Bar, die Schwarzfischerei zusammen mit seinem jungen Kumpel Lino (Rodolfo Baldini), bei der sie dem etwas schwerfälligen Fischhüter Mario (Mario Adorf) immer wieder vom Haken gehen, und regelmäßige Knattereien mit der notorisch geilen Witwe Contessa Spodani (Senta Berger), die es bevorzugt in der Gruft ihres Mannes treibt.
Das ändert sich, als Bissas Partisanenkumpel Vasco (Gabriele Ferzetti) aufkreuzt, der offensichtlich massiv zu Geld gekommen ist. Vasco tischt ihm eine tränendrüsige Geschichte über seine drogenabhängige Tochter Tina auf. Um weiteres Unbill vom Töchterlein fernzuhalten, soll diese sich für zehn Tage in der Provinz „erholen“ und Bissa daher auf die 17-Jährige aufpassen. Streng geheim, versteht sich. Bissa kann seinem alten Vorgesetzten nüscht abschlagen und willigt ein, zusammen mit Lino das Mädel zu hüten.
Die „Kleine“ (Ottavia Piccolo) entpuppt sich jedoch nicht nur als in höchstem Maße nervend, sondern auch Vascos Geschichte scheint löchriger zu sein als ein gebrauchter Damenstrumpf. Flugs sehen sich die beiden Landeier nämlich in einen veritablen Entführungsfall verwickelt, der in der Öffentlichkeit zunehmend Wellen schlägt. Um die immer kräftiger dampfende Scheiße abzuschütteln, hilft nur eines: die Flucht nach vorne.

Zitate:

Bissa: „Contessa, Sie sind ein Geschenk für die Männer. Beschmutzen Sie lieber Ihren Namen.“ (Die Gräfin überlegt, ob sie sich lieber eines weniger promiskuitiven Lebenswandel befleißigen soll.)

Die Kritik des Gunslingers:

Der Streifen, der als augenzwinkernde Gaunerkomödie seinen Anfang nimmt, häutet sich bis zum Ende und gewinnt dank seines harten Schlusstwists sogar Thrillerqualitäten.
Zu Beginn erhalten wir Einblick ins dörfliche Idyll von Bissas Heimatort: Kinder, die auf der Straße mit dem Pfarrer kicken, der tägliche Plausch unter Freunden und Bekannten. Jeder kennt jeden. Wir nehmen teil an den illegalen Fischzügen von Bissa und seinem Kumpel Lino, die ein ums andere Mal ihren gutmütigen Freund Mario vernatzen, der als amtlich bestellter Fischhüter den Wilderern das Handwerk zu legen hat und immer wieder scheitert.
Das Böse kommt über das Idyll als typisches Großstadt-Ding: alter Bekannter mit Pelzkragen-Mäntelchen und dickem Ami-Schlitten, dazu ein seltsamer Auftrag. Die Stimmung kippt unmerklich. Putzig noch die Nervereien, mit denen die scheint’s mit allen Wassern gewaschene Tina ihre beiden „Aufpasser“ auf Trab hält. Eher neckisch. Ebenso wie die Kabbeleien zwischen Bissa und Mario: alles sehr buddy-mäßig. Dann wird’s allmählich richtig ernst, doch Bissa und Lino erhalten überraschende Unterstützung durch ihren vorher so renitenten Gast. Die Komik-Elemente verschwinden immer mehr im Hintergrund, was dem brutalen Ende dennoch nicht seine Schärfe nimmt. Nur Mario Adorf, behält seine bauernschlaue Schlitzohrigkeit bis zum Finale bei und triumphiert schlussendlich über einen so fein wie skrupellos ausgetüftelten Plan.
Klasse Darsteller und ein gut umgesetzter Plot, dem allerdings ein paar Straffungen gut getan hätten.

Rating: $$$$

Splatter:

1/10

 

 

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