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Angst über der Stadt

Info

OT:
Peur sur la Ville
AT:
Il Poliziotto della Brigata Criminale

Jahr: F/I 1975
R, B:
Henri Verneuil
B:
Francis Veber, Jean Laborde
K:
Jean Penzer
M:
Ennio Morricone
D:
Jean-Paul Belmondo, Charles Denner, Adalberto-Maria Merli, Catherine Morin, Lea Massari

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Hauptkommissar Jean Le Tellier (Jean-Paul Belmondo) ist das knüppelharte As der Pariser Polizei, bis zu dem Zeitpunkt als der Gangster Marcucci (Giovanni Cianfriglia) und seine Spießgesellen eine Bank klarmachen. Zwar macht Le Tellier in bewährter Manier Kleinholz aus den Brüdern; doch bei der anschließenden Verfolgungsjagd erwischt’s einen Passanten, und Marcucci kann türmen. Der Commissaire wird erst rehabilitiert, als sich das letale Projektil als das Marcuccis entpuppt. Nun ist Le Tellier entsprechend angefressen, und will nix anderes, als den Gangster zur Strecke zu bringen.
Ungelegen kommt dem rachsüchtigen Beamten ein neuer, lästiger Fall, der ihm und seinem Assi Moissac (Charles Denner) auf den Tisch flattert: Ein Psychopath, der sich „Minos“ nennt, terrorisiert Frauen mit „unsittlichem Lebenswandel“ am Telefon. Das Blöde: Wenn er die Ladies ’ne Zeitlang weichgekocht hat, bringt er sie um und versorgt Presse und Bullen mit Briefen und Fotos.
Als dann Le Tellier den Psycho bei einer Verfolgungsjagd entwischen lässt, weil ihm der verhasste Marcucci über den Weg läuft, fällt die Öffentlichkeit über die Polizei her wie Fliegen über den sprichwörtlichen Kackehaufen. Aber der Kommissar hat, ohne es erst zu wissen, bereits ein Beweisstück in der Hand, das „Minos“ überführt.

Zitate:

Cortès (Henri-Jacques Huret): „Ruft mir ’n Krankenwagen!“ – Le Tellier (zu Moissac): „Hast du was gesagt?“ – Moissac: „Ich? Gar nicht hab’ ich gesagt.“ – „Dann habe ich mich wohl verhört.“ (Le Tellier hat Cortès gerade eine deftige Schusswunde verpasst)

Le Tellier: „Du, der hat tatsächlich ein blutendes Herz.“ (Der Kommissar verarscht den schwer verletzten Cortès noch mit dem Zitat aus einem von dessen Liebesbriefen)

Die Kritik des Gunslingers:

Henri Verneuil, Spezialist für kommerzielle Genrekost, legte mit diesem Streifen einen unterhaltsamen Actioner ohne allzu viel Tiefgang auf. Locker orientiert an entsprechende Vorbilder, „Dirty Harry“ lässt beispielsweise schön grüßen, schickt der Streifen seine taffen Bullen mit großer Schnauze auf die Jagd nach einem völlig durchgeknallten Schurken.
Mitte der 70er hatte sich Hauptdarsteller Jean-Paul Belmondo, der recht häufig in Verneuil-Filmen zu sehen war, schon vom anspruchsvollen Thrillerkino weitgehend verabschiedet und sich auf körperbetonte Reißer verlegt. Und auch hier kann er zeigen, was in ihm steckt: Autoverfolgung mit gleichzeitigem Schusswaffengebrauch, Métro-Surfing deluxe, halsbrecherische Kraxeleien hoch über Paris inklusive Dachrinnen-Stabilitätstests, Abseil-Action aus dem Heli und dergleichen mehr. Hier bleibt kein Auge trocken, dazu ein paar lockere Sprüche aus der Hüfte, und die Sache passt.
Etwas auf der Strecke bleibt bei aller routiniert inszenierten Action die Spannung, denn unser Hochleistungsbeamter wirkt nahezu unbesiegbar, trotzt allen Fährnissen und den Anwürfen diverser Widerlinge. Das spult Bébel einmal mehr als Oneman-Show in gewohnt souveräner Manier ab. Und so wischen wir unsere Bedenken hinsichtlich der Disziplinlosigkeit des Polizisten, der Vorschriften und Gesetze gerne missachtet und auch sonst recht rustikal agiert – böse Zungen raunen gar Selbstjustiz – mit leichter Hand zur Seite. Gut weiß Adalberto-Maria Merli zu gefallen: Sein Schurke weist doch ähnliche Züge auf wie Scorpio, der Killer aus dem ersten „Dirty Harry“, wenngleich die Motivation natürlich eine andere ist.
Den Score steuerte unverkennbar Meister Morricone bei: dominiert von einem stakkatoartigen, hypnotischen Piano, gelegentlich unterstützt von Stopftrompete und Whistling-Passagen.

Rating: $$$$

Splatter:

2/10

 

 

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