Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Königreich des Verbrechens

Info

OT: 
Animal Kingdom

Jahr: AUS 2010
R: David Michôd
B: David Michôd
K: Adam Arkapaw
M: Antony Partos
D: James Frecheville, Ben Mendelsohn, Guy Pearce, Luke Ford

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar

 

Inhalt

Als sich Joshs (James Frecheville) Mutter den goldenen Schuss setzt, endet für den Jungen, den alle nur „J“ nennen, eine vergleichsweise ruhige Zeit. Der Teenager kommt unter bei seiner Großmutter Janine (Jacki Weaver), zu der die kleine Familie auf Betreiben der Mama jahrelang keinen Kontakt mehr hatte. Ist auch nicht verwunderlich, denn die fidele Oma hat’s der alten Ma Barker gleichgetan und ihre drei Söhne zu waschechten Kriminellen herangezogen, die ihre Brötchen mit Raubüberfällen und Drogenhandel verdienen.
Inzwischen machen sich allerdings bereits erste Auflösungserscheinungen bemerkbar: Gangmitglied und Freund „Boz“ (Joel Edgerton) hat jetzt Familie und will lieber ehrbar werden, Js ältester Onkel „Pope“ (Ben Mendelsohn) wird von der Polente gesucht und ist abgetaucht, sein Bruder Darren (Luke Ford) möchte nur in Ruhe kiffen und der ganzkörpertätowierte Bruder Craig (Sullivan Stapleton) möglichst ungestört seinen Drogendeals mit dem korrupten Bullen Randall (Justin Rosniak) nachgehen. Doch dann exekutieren die Cops Boz kaltblütig auf einem Supermarktparkplatz. Die Brüder lassen sich zu einer ebenso brutalen Racheaktion gegen die Polizei hinreißen, und *schwupps* steht J als vermeintlich schwächstes Glied in der Kette im Fadenkreuz von Inspektor Leckie (Guy Pearce). Der wittert die Chance, die Gang endlich zu knacken. Für J sind damit klassische Sandwichzeiten angebrochen: Auf der einen Seite drücken die Bullen, von der anderen kommen die lieben Onkels und Großmutter, die Standfestigkeit und Loyalität des Knaben misstrauen.

Zitate

Boz: „Wenn du die Hände in der Nähe von deinem Arsch oder Schwanz hattest, dann wäscht du sie. Ist das klar?“ (J kriegt klare Verhaltensregeln für nach dem Stuhlgang vermittelt)

Boz: „Ich weiß nur: Jeder Tag ist’n neuer Tag.“ – Pope: „Was ist denn das für eine scheiß Ansage?“

Die Kritik des Gunslingers:

Zu gerne wird auch der eh schon sehr präsente Quentin Tarantino herangezogen, wenn es gilt, einen neu erschienenen Thriller in der Anpreise zu veredeln und ihm zumindest eine Basisaufmerksamkeit zu sichern. Doch macht der gute Quentin hier, wenn überhaupt, nur von ferne seine Aufwartung. Nötig hat dieser feine australische Streifen so ein Aufrubeln sicher eh nicht.
Der Film ist so was wie eine Coming-Of-Age-Geschichte – Halt, nicht gleich weglaufen, liebe Gemeinde ;-) - im Gewand eines pechschwarzen, humorlos erzählten Thrillers. Josh ist der alterstypisch verwirrte Junge auf der Suche nach seiner Position im Leben, der in Ruhe seine Freundin Nickie knattern will. Der Tod seiner Mutter nötigt ihm eine Positionierung dann viel schneller ab als ihm lieb sein kann. Und die Optionen sind miteinander unvereinbar: Auf der einen Seite steht die kriminelle Familie, die zwar scheinbar eine Heimat anbietet, doch in Wirklichkeit eine Ansammlung psychopathischer, mörderischer Egozentriker ist. Der Kitt, der dieses allen misstrauende Sammelsurium oberflächlich zusammenhält, sind Abhängigkeiten: die von der so dominanten wie skrupellosen Frau Mutter oder auch die Angst vor dem Knast. Auf der anderen Seite zur Wahl steht die auch nicht sonderlich attraktive Möglichkeit, als Kronzeuge gegen die mörderische Verwandtschaft auszusagen. Am Ende findet J für sich einen eigenen Weg, doch wohin der führt, ist mehr als fraglich.
Der Streifen ist hervorragend gespielt, allen voran James Frecheville, und mit seinen gedeckten Bildern adäquat zur Stimmung fotografiert. Will man die vorherrschende Atmo beschreiben, so fallen zumindest mir an erster Stelle die Attribute „trostlos“, „unsicher“ und „gewalttätig“ ein.

Rating: $$$$$

Splatter:

2/10

 

 

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzrichtlinien