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Nothing to lose – Die Seele eines Monsters

Info

OT: 
TBS

AT:
Niets te verliezen

Jahr: NL 2008
R, B: Pieter Kujpers
B: Paul Jan Nerlissen
K: Bert Pot
M: Paleis van Boom, Dean Landon
D: Theo Maasen, Lisa Smit, Sacha Bulthuis, Pim Lambeau

Quelle: DVD (Ascot Elite)

 

Inhalt

Johan van der Sterre (Theo Maasen) sitzt seit 14 Jahren im Knast, da er Vater und kleine Schwester ermordet haben soll. Das sieht Johan komplett anders: Seiner Lesart nach hat Vattern die Schwester auf dem Gewissen und er selbst den Alten in einem Akt der Notwehr mit dem Hammer stumm gemacht. So versucht der Gutste jedes Jahr von neuem, auf Bewährung entlassen zu werden. Vergeblich, denn anstatt Freiheit auf Probe, heißt es für Johan Sicherungsverwahrung in einer Hochsicherheitsklinik, sprich: lebenslänglich.
In Johan hat sich eine fixe Idee festgesetzt: Wenn er nur seine Mutter Wilma (Sacha Bulthuis) dazu bringen könnte, endlich „die Wahrheit“ zu sagen, dann wäre er ruckzuck wieder auf freiem Fuß. Doch Muttern ist abgetaucht und hat sich in den vergangenen 14 Jahren rar gemacht, geschweige denn auch nur einmal im Knast sehen gelassen. Also nutzen Johan und ein Kollege (Bob Schwarze) eines Tages die Gunst der Stunde und türmen mit einer Therapeutin (Ria Marks) als Geisel.
Da ihm die Bullen immer näher auf den Pelz rücken, sucht sich der Flüchtige eine neue „Reisebegleitung“: die 13-jährige Tessa (Lisa Smit). Zusammen machen sich die Zwei auf den Weg nach Belgien, da Wilma dort anscheinend auf einem Campingplatz nahe Lüttich lebt.

Zitate

Johan: „Ich wird’ jetzt ein bisschen böse tun. Ist aber alles nur gespielt.“

Tessa: „Du hast doch nicht etwa vor, jetzt aufzugeben?“

Die Kritik des Gunslingers:

Anstatt eines actionlastigen Ausbrecher-Dramas kredenzt uns Pieter Kujpers spannendes Schauspielerkino im besten Sinne, Thriller, Roadmovie und Beziehungsdrama in einem. Es sind zwei Aspekte, die der Streifen abhandelt. Da ist auf der einen Seite die Geschichte von Johan, von dem wir anfangs nicht wissen: ein in der Kindheit missbrauchtes Unschuldslamm hinter Gittern, das zu gut ist für die böse Welt oder eine tickende Zeitbombe mit schwerer Hirnverschlingung. Theo Maassen ist dabei herausragend. Mal spielt er Johan als weichen, reumütigen und einsichtigen Typen, dann aber wandelt er sich von jetzt auf gleich komplett, und zwar nur durch geringe Änderung der Körpersprache. Dabei hält uns der Film nicht lange im Unklaren, was nun das wahre Gesicht Johans ist, obwohl er bis zum Schluss doch kleine Zweifel aufrecht erhält.
Zweitens gibt das Buch der Beziehung zwischen Johan und Lisa eine Menge Raum, die sich rasch einander annähern. Beide kommen aus einer zerrütteten Familie; beide fühlen sich abgelehnt. So dauert es nicht lange, bis Lisa in ihrer pubertären Unsicherheit und Frustration in Johan eine „verwandte Seele“ erkannt zu haben glaubt. Das nutzt Johan geschickt aus, in dem er ihre Gefühle zurückspiegelt und für sich ausnutzt. Klasse ist hier auch Lisa Smit: Tessa ist einerseits ein Modellfall für das „Stockholm-Syndrom“, eine loyale Verbündete Johans, andererseits immer wieder von Zweifeln geplagt, ob er nicht doch das ist, was sie im Innern ahnt. So unternimmt sie zwar sporadische Fluchtversuche, die sie allerdings nicht ernsthaft und mit letzter Konsequenz betreibt.
Spätestens als es zurück geht in die Niederlande und die Polizei wieder Fährte aufgenommen hat, nimmt der Streifen auch von der Außenhandlung an Fahrt auf bis zu seinem dramatischen Schluss und Höhepunkt.

Rating: $$$$+

Splatter:

4/10

 

 

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