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Schön, nackt und liebestoll

Info

OT:
Rivelazioni di un Maniaco sessuale al Capo della Squadra mobile

AT:
Schön, nackt und tot

Jahr:
I 1972
R, B: Roberto Bianchi Montero
B: Luigi Angelo, Italo Fassan
K: Fausto Rossi
M: Giorgio Gaslini
D: Farley Granger, Sylvia Koscina, Chris Avram, Silvano Tranquilli

Quelle: VHS (Loyal)

 

Inhalt

Ernesto Capuana (Farley Granger) ist Bulle mit Leib und Seele, doch sein aktueller Fall lässt den braven Commissario an seiner Profession zweifeln. Ein Schlitzer geht nämlich um in Rom, der Society-Ladies mit dem Messer zu Leibe rückt. Am Tatort lässt er neben den zerfleischten Leichen Fotos zurück, die die durchweg verheirateten Damen in kompromittierenden Situationen zeigt. Der Killer, der die Bilder offensichtlich jeweils ein paar Tage vor dem Mord aufgenommen hat, macht allerdings immer die Liebhaber unkenntlich.
Das sind die einzigen dürftigen Anhaltspunkte für Capuana, der unter extremem Zeitdruck ermittelt, da nun bald fast jeden Tag eine neue Leiche auftaucht. Er vermutet hinter dem Schlitzer einen Mann der Gesellschaft, der es den untreuen Ladyschaften heimzahlen will. Ebenfalls im weiteren Dunstkreis der Ermittlungen steht der Präparator Gastone (Luciano Rossi), Assistent des Pathologen Dr. Cassali (Chris Avram). Gastone fotografiert nicht nur gerne Leichen, sondern ist auch sonst ein gar schräger Vogel.
Als dann der Killer in den privaten Dunstkreis des Kommissars eindringt, bringt er nicht nur dessen Selbstbild ins Wanken, sondern zwingt ihn auch, das Hirn ein paar Umdrehungen schneller laufen zu lassen.

Zitate

Capuana: „Habt ihr sonst irgendwas gefunden?“ – Bulle 1: „Ja, ’ne Kollektion Puderdosen.“ – Bulle 2: „Na ja, gepudert hat sie ja wohl ganz schön, ha, ha.“

Bulle zu einer zum Verhör eingesackten Nutte: „Schließ das Maul, sonst gibt’s Durchzug. Später könnt ihr eure Ärsche wieder in die Horizontale schwingen.“

Bulle: „Na, so was: Das erste Mal gestorben und gleich tot.“

Die Kritik des Gunslingers:

Eros und Mord mit scharfer Klinge sind die Grundzutaten italienischer Groschenromane, den Gialli, deren Verfilmung ab Mitte der 60er-Jahre ein eigenes Subgenre hervorbrachte, das sowohl in den Horror- als auch in den Thrillerbereich hineinlappte. Auf der einen Seite haben wir hier Regisseure wie Mario Bava oder Dario Argento, die den Tod und dessen gewaltsame Herbeiführung mit kaltem Stahl oft als erotischen Akt, fast schon als Kunst zelebrierten. Den Kontrapunkt setzten Filmemacher wie Enzo Milioni, die eher auf den Sleaze-Faktor setzten: Nuditäten, Sex und Gewalt, die klassischen Bestandteile des Exploitation-Films siegen über die Kunst.
In letztere Kategorie fällt auch Monteros Streifen, der in jeder Hinsicht recht explizit ausfällt. Hier geht’s ordentlich zur Sache. Montero („Stinkende Dollar“) hat eine erlesene Riege einschlägig bekannter Schönheiten versammelt, von Krista Nell über Annabella Incontrera und Femi Benussi bis zu Nieves Navarro und Sylvia Koscina. Die helfen rasch, die Schwächen des Drehbuchs zu vergessen. Nicht nur ist beispielsweise unklar, warum der Täter die Liebhaber auf den Fotos unkenntlich macht, sondern auch die so plötzlichen wie raschen Ermittlungsfortschritte des Polizisten sind irgendwie unmotiviert.
Ist auch wurscht, denn Montero wischt solche Einwände rasch zur Seite, indem er seine Darstellerinnenriege durch die Bank blank ziehen und mit ihren jeweiligen Gespielen durch die Federn hupfen lässt. Anschließend gibt’s Fleischsalat auf den Tisch. Die Morde zelebriert der Killer nicht als Akt, sondern schnell, brutal und konsequent: Stich in den Bauch, Schnitt durch die Kehle. Ein rascher Lustgewinn, der die Beziehungsstruktur einer Gesellschaft widerspiegelt, in der jeder gelangweilt mit jedem poppt.
Das Ende ist heftig und hoffnungslos. Den Kommissar, der den Fall zwar löst, aber als gebrochener Mann zurückbleibt, spielt Farley Granger, der seit Ende der 50er auch ab und an in Italien arbeitete (u.a. in "Die rechte und die linke Hand des Teufels"). Vorher hatte ihm Alfred Hitchcock einige Male als Hauptdarsteller besetzt, etwa in „Ein Cocktail für eine Leiche“ oder „Der Fremde im Zug“. Der Score von Giorgio Gaslini liefert klassisches Easy Listening mit Frauenstimme. Nicht ungewöhnlich: Der Schlitzer hat ein eigenes kleines saxophondominiertes Thema bekommen, dass sein unheilvolles Wirken bereits im Vorfeld ankündigt. Bemerkenswert sind die sehr derbe Synchro und der ausgesucht beschissene deutsche Titel.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

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