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Champagner für Zimmer 17

Info

OT: 
Champagner für Zimmer 17

AT:
Ich bin ein Callgirl
Gatta pericolosa

Jahr: D/CH/I 1969
R, B: Erwin C. Dietrich („Michael Thomas“, „Manfred Gregor“)
K: Peter Baumgartner
M: Walter Baumgartner
D: Alexander Allerson, Tamara Baroni, Herbert Fux, Thomas Reiner

Quelle: DVD (Pidax/Ascot Elite). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Ursula Kosseck (Tamara Baroni) ist eine nicht so brave Ehegattin: Anstatt brav ihrem Ehegespons Hans (Thomas Reiner), pikanterweise Bulle bei der Sitte, den Haushalt zu führen, arbeitet die schöne Uschi im „Salon Elisabeth“. Offiziell als Kosmetikerin angestellt, macht Ursula allerdings wohlbetuchten Kunden mehr als nur die Fingernägel. Der von der ehemaligen Gelsenkirchener Puffmutter Frau Sander (Esther Studer) geleitete Salon ist nämlich nur Kulisse und Teil eines internationalen Callgirl-Netzwerks, dem der schmierige Dr. Caspari (Herbert Fux) vorsteht.
Kein Wunder also, dass der „Salon Elisabeth“ schon lange auf der Liste der Münchner Sitte steht, allein, es fehlen die Beweise, um den Bumsschuppen hops zu nehmen. Zumal zwitscherfreudige Singvögelchen schnell stumm gemacht werden. Zwar kann Kriminalrat Abrell (Elio Crovetto) Ursula in Flagranti erwischen, doch ihre Ausrede, sie mache das auf eigene Kappe aus Spaß an der Freud’, ist erstaunlicherweise nicht zu erschüttern.
So kann sich die Gutste mit ihrer zusammengetragenen Nuttenknete und – nach Probeknattern – wohlwollender Unterstützung Casparis nach San Remo abseilen, um dort weiter ihren Geschäften nachzugehen. Aber inzwischen haben Abrell und sein Team, Hans Nossek und Tom Eckstein (Alexander Allerson), Witterung aufgenommen. Die Stunden des „Salon Elisabeth“ und von Dr. Caspari scheinen gezählt.

Zitate

Ursula: „Ich wollt’ mir nur was nebenbei verdienen.“

Caspari: „Gibt es eigentlich was, das du für Geld nicht tun würdest?“ – Drago (Martina Domingo): „Nicht, dass ich wüsste.“

Die Kritik des Gunslingers:

Seinen Sexploiter schrieb und inszenierte Erwin C. Dietrich nach einem Kolportageroman von Heinz G. Konsalik („Jens Bekker“). Spätestens seit 1968 hatte sich unser Schweizer Lieblings-Trasher komplett den nackten Tatsachen zugewandt. Waren sie vorher eher saftige Zutaten seiner Thriller oder „Milieu“-Streifen“, waren sie danach eigentlich Hauptmotivation des filmischen Schaffens. That’s it folks: Wir verzeichnen hier also ein gesteigertes Tits’n’Ass-Aufkommen, das aber ob seiner Harmlosigkeit die FSK-18-Einstufung nicht rechtfertigt.
Was an dem Streifen aber besonders unangenehm auffällt, ist ein gewisser Dilletantismus. Das hatte ich bei anderen von mir verkosteten Dietrich-Werken bisher nie so empfunden. Wobei ... bei diesen Streifen hatte Dietrich zumeist auch nicht Regie geführt (wink). Der Meister selbst jedenfalls, der einen kleinen Cameo-Auftritt hat, bezeichnete „Champagner“ viel später als seine wohl beste Regiearbeit. Nun ja, für mich ist der Film eher eine bieder inszenierte Mischung aus TV-Krimi und Exploitation-Film, die nie in die Gänge kommt, und fast sämtliche Potenziale liegen lässt. Da wechseln sich Dusch- und Nacktsequenzen ab mit strunzöden Szenen im Polizeirevier oder langweiligen, dokumentarischen Einstellungen der Münchner Innenstadt. Die Kulissen sind billig und als solche leicht erkennbar. Leider hat hier niemand an der Uhr gedreht, um aber trotzdem über die Zeit zu kommen, werden halt einfach wieder Szenen eingeklinkt, die man zumeist eine Viertelstunde zuvor bereits gesehen hatte. Als Höhepunkt an Kreativität dann schon mal monochrom eingefärbt.
Von den Darstellern, die zumindest in den Hauptrollen alle nicht schlecht sind, ist an dieser Stelle besonders Alexander Allerson erwähnenswert. Der Mann hat eine enorme Bandbreite in seinem langjährigen Schaffen, die Italowestern abdeckt – „Fünf blutige Stricke“, „Mein Name ist Nobody“ –, aber auch Sexklamotten – „Die Jungfrauen von Bumshausen“ –, Trash – She Devils of the SS“ – und biedere TV-Serien. Thomas Reiner ist hierzulande vor allem aus der Serie „Raumpatrouille Orion“ bekannt, in der er den „Adjutanten Spring-Brauner“ *lach* verkörperte. Hinter der Kamera ist dies eine Produktion der Dietrich-Familie. Neben Dietrich sind dies „sein“ Kameramann und späterer Kompagnon Peter Baumgartner und dessen Onkel Walter, der als Komponist ab 1963 nahezu ausschließlich für Dietrich-Produktionen gearbeitet hatte. Den Titelsong interpretiert Othella Dallas, eine Größe der US-Jazzsinger-Szene. Dallas lebt aber bereits seit Anfang der 60er in der Schweiz.

Rating: $$ (Trash: $$$)

Splatter:

1/10

 

 

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