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Von Django – mit den besten Empfehlungen

Info

OT: 
Uno dopo l’Altro
AT:
Adios, Caballero
Uno después de Otro
Neun Särge für McGregor

Jahr: I/SP 1968
R, B: Nick Nostro („Nick Howard“)
B: Mariano De Lope, Giovanni Simonelli, Carlos Eduardo Rodriguez
K: Mario Pacheco
M: Berto Pisano, Fred Bongusto
D: Richard Harrison, José Bodalo, Paolo Gozlino (“Paul Stevens”), Pamela Tudor

Quelle: DVD (Colosseo Film). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

„Colonel“ Jefferson (José Bodalo) hat ein Problem, und das heißt Espartero (José Manuel Martin). Dessen Bandidos hatte der Colonel nämlich einst geholfen, eine Bank klarzumachen, die Mexe aber nach Erledigen der Drecksarbeit ordentlich über den Leisten balbiert. Nun steht Espartero wieder auf der Matte: Entweder Jefferson, inzwischen reicher Bankdirektor, verschafft ihnen Einlass in sein eigenes, wohlgefülltes Kreditinstitut, oder belastende Dokumente gehen an die Behörden.
Notgedrungen schlägt der Colonel ein, doch er verarscht die Mexikaner einmal mehr, indem er seine eigenen Schergen um den fiesen Gleem (Paolo Gozlino) in Mexikanerkluft auflaufen lässt. Da bei dem blutigen Überfall scheint’s alle potenziellen Zeugen eingedampft oder sonstwie stumm gemacht wurden, scheint alles cremig, doch Jefferson macht einen entscheidenden Fehler. Er legt persönlich seinen aufrechten Kassierer Bob Ross um.
Zwei Tage später taucht ein Fremder (Richard Harrison) in der Stadt auf und ist nicht sehr begeistert, Bob in der Leichenhalle zu sehen. Und daher ist mit ihm nicht gut Kirschen essen: Denn trotz seiner Brille erweist sich der Neuankömmling, den es nach Rache für Ross dürstet, als alles andere als ein Sensibelchen. Überaus handfest und flink mit dem Schießeisen schlägt er schnell Pflöcke ein. So buhlen bald der geprellte Espartero und auch Jefferson um die Gunst des Fremden, der erstmal beiden Seiten zusagt: Espartero, der Rache und die ihm zustehende Beute will, und Jefferson, der eben dieser Rache zu entgehen und gleichzeitig einen unliebsamen Zeugen loszuwerden sucht. Und so treten alle Parteien ein in die Welt der Schmerzen.

Zitate

Fremder: „Mach neun Särge fertig.“ – Sargmacher (Eugenio Galadini): „Wieso, ist eine Epidemie im Anzug?“ – „So was Ähnliches.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nick Nostro erwies sich in seinen beiden Genrebeiträgen als Vertreter der harten Schule. „Von Django …“ setzt zwar keine neuen Maßstäbe, bleibt aber durch die Bank unterhaltsam, wenngleich das Tempo manchmal etwas durchhängt. Überzeugende Düster-Atmo, gute Darsteller und Ausstattung sowie nicht zuletzt ein gerüttelt Maß der üblichen Brutalitäten, deren Inszenierung teilweise sogar im oberen Härtebereich angesiedelt sind, heben den Streifen deutlich über den Genreschnitt.
Es gibt ein paar nette Gimmicks. So führt Richard Harrison in der Innentasche eine ganze Rutsche Ersatzbrillen mit, die er im Verlauf der Handlung wohl auch fast alle nutzen muss (wink). Überhaupt Harrison: Meiner Meinung nach liefert er in diesem Film so ziemlich die beste Leistung seiner Spaghettiwestern-Karriere ab, obwohl ich zugegebenerweis’ nicht alle Streifen kenne: rundum überzeugend und mit durchaus fiesen, charakterlichen Untiefen, was „Stan“ oder „Django“ in der deutschen Synchrofassung zu einer würdigen Italowestern-Figur macht. Ungewöhnlich ist auch die Besetzung von José Bodalo, der hauptsächlich als Brutalo-Mexikaner eingesetzt wurde („Django“). Hier gibt er nicht minder glaubhaft die Gringo-Sau. Den Stammplatz Bodalos nimmt José-Manuel Martin ein, sonst eher auf mexikanische Bleifänger der zweiten Reihe abonniert. Diesmal, mit Fiffi auf der Pläte, darf er ausnahmsweise auch mal das Ende des Films überleben. Den Streifen bevölkert ansonsten ein überwiegend spanischer Cast mit bewährten Galgenvögeln: von Paolo Gozlino, José Canalejas oder Luis Barboo bis zu José Jaspe und Hugo Blanco. Die Italiener stellen unter anderem die häufig eingesetzten Goffredo Unger und Fortunato Arena zur Kanonenfutter-Fraktion ab.
Eine schöne Idee ist die Abwicklung des Sarggeschäfts: Stan, der neun Särge geordert hatte, tritt danach nur noch indirekt mit dem Undertaker in Kontakt. Immer kurz bevor einer der armen Sünder eingetütet wird, verschwindet einer der bestellten Särge aus dem Lager; die Pennunzen klemmen dann entweder am Fensterrahmen oder liegen einfach auf dem Küchentisch. Am Ende gibt’s einen Schlusstwist, der noch einen zusätzlichen zynischen Touch reinbringt. Der Soundtrack ist nicht aufregend, aber solide und typisch: eine Menge Solo-Trompete, gepaart mit diversen Gitarren, Blues-Harp, und Flötentrillern. Den Titelsong bietet Fred Bongusto dar, der auch als Mitautor kreditiert ist.

Rating: $$$$-

Bodycount:

Ca. 2 Mexikaner plus eine hohe Anzahl Dorfbewohner, ca. 15 Gringos; 1e Frau

Explizite Brutalitäten:

  • Einige harte Schlägereien

  • Espartero killt seinen Nebenbuhler Pedro, damit der Fremde irgendwen hat, für den er Kopfgeld kassieren kann; der Fremde verstümmelt Pedros Leiche im Feuer, um dessen Gesicht unkenntlich zu machen

  • Jeffersons Mobster foltern Esparteros Kontaktmann Pablo (José Jaspe) mit Brandeisen bis zur Abgabe des Löffels

  • Die Jefferson-Crew vermacht den Fremden aufs Heftigste

  • Der Fremde jagt den gefesselten Lewis (Luis Barboo), Mitglied der Jefferson-Gang, mit Dynamit in die Luft

  • Der Fremde quält Jefferson mit einer Art russischem Roulette

Liebe:

Saloon-Chefin Sabina (Pamela Tudor), die Ex von Bob Ross, hat keine Probleme, das Pferd zu wechseln. Der Fremde darf ihr sogar den Rücken abseifen: 3/10

Splatter:

3/10

Spezialitäten:

Der Fremde ist Brillenträger und führt in seiner Innentasche etliche Ersatzbrillen mit.

 

 

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