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Brücke der Vergeltung, Die

Info

OT:
Across the Bridge


Jahr:
GB 1957
R: Ken Annakin
B: Guy Elmes, Denis Freeman (Story: Graham Greene)
K: Reginald Wyer
M: James Bernard
D: Rod Steiger, Noel Willman, David Knight, Bernard Lee

Quelle: DVD (TB Productions/Intergroove)

 

Inhalt

Charles Schaffner (Rod Steiger) ist ein stinkreicher britischer Großinvestor und immer bereit, über Leichen zu gehen. Kostet nur ein Achselzucken wie etwa der nun schon länger zurückliegende Selbstmord seines Ehegesponses. Nun weilt er gerade in den Staaten, um ein paar Mega-Fusionen unter Dach und Fach zu bringen, als ihn eine Razzia von Scotland Yard in der Londoner Firmenzentrale überrascht.
Die Luft wird jetzt sehr schnell sehr dünn, denn Schaffner hat einige Millionen veruntreut, was über kurz oder lang nun aufzufliegen droht. Also heißt die Devise ab nach Mexiko, bevor die Manipulationen ans Licht kommen. Das unauffällige Verpissen mit der Bahn scheitert allerdings, denn noch bevor der Zug nach tagelanger Fahrt die Grenze erreicht, prangt Schaffners Bild auf den Titelseiten der Gazetten. Schlecht für den bald anstehenden Grenzübertritt.
Da kommt’s dem allmählich in Panik geratenden Schaffner gut zupass, dass sich ein etwas aufdringlicher Mitreisender, Paul Scarff (Bill Nagy), an ihn ranwanzt: Der entpuppt sich nämlich als Amerikaner mit mexikanischem Pass. Schaffner sieht seine Chance gekommen: Er verabreicht dem Ahnungslosen bei einem gemeinsamen Trinkgelage eine Menge Schlafmittel, schnappt sich dessen Pass und Gepäck und schmeißt den Bewusstlosen ohne langes Federlesen aus dem fahrenden Zug.
Doch sind damit die Schwierigkeiten mitnichten beseitigt. Denn wie Schaffner mit Entsetzen feststellen muss, wird Scarff in Mexiko steckbrieflich gesucht, da er dort einen hohen Regierungsbeamten erschossen hat. Schaffner hat eine schiefe Ebene betreten, die immer steiler nach unten führt …

Zitate

Charles: „Was wollen Sie mehr: Sie haben meinen Pass.“ – Polizeichef (Noel Willman): „Ich habe zwei Pässe und einen Mann. Meine Vorgesetzten wollen Paul Scarff. Also, bitte: Ich habe ihn.“

Charles: „Was wollen Sie?“ – Polizeichef: „Zehn Prozent. Zehn Prozent von allem.“„Eher verrecke ich hier.“ – „Das mag schon sein.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nachdem ich mich erstmal geärgert hatte über das anscheinend falsche Bildformat meiner DVD – auf'm Rechner stimmte es dann aber wieder –, konnte ich mich ganz auf diesen großartigen Vertreter des britischen Noirs einlassen. Zwar fehlt die typische Bildgestaltung, doch ansonsten haben wir es tatsächlich mit einem lupenreinen Film noir zu tun. So ist der Streifen bevölkert von obsessiven Charakteren, zumeist getrieben von der Gier nach Geld und/oder Macht oder auf der anderen Seite vom fanatischen Bestreben, ihren Job zu machen wie Yard-Inspektor Hadden (Bernard Lee). Einzig Scarffs Hündin Dolores – wow, dieser Hundeblick ;-) – ist frei von Eigennutz: Sie hängt sich bis zum Schluss an Schaffner, obwohl der sie zumindest anfangs mit Fußtritten verjagt oder bestenfalls nicht beachtet. Dazu kommt ein noir-typischer, komplexer Plot, der hier zudem noch mit allerhand nickligen Twists gespickt ist.
Ich will nicht sagen, dass Rod Steiger in einer der besten Rollen seiner langen Karriere den Streifen im Alleingang trägt, doch ist er klar der Dominator. Er liefert die herausragende Studie eines Mannes, der an seiner Unnachgiebigkeit letztlich zerbricht. Gewohnt, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, zur Not mit Gewalt und illegalen Mitteln, ist er nicht in der Lage, seine veränderte Situation einzuschätzen, geschweige denn, sich auf sie einzustellen. Dass er in Mexiko damit nicht durch, sondern vor die Wand fährt, will er sich bis zuletzt nicht eingestehen. Am Ende wird ihm sein einziger Moment der Schwäche, in dem er Gefühle zulässt, zum Verhängnis.
Schaffners direkter Gegner ist erstmal nicht der Yard, sondern der Polizeichef des mexikanischen Grenzkaffs, in dem er strandet. Erst, weil er für Scarff gehalten wird, dann, weil ihm die Cops seinen Pass nicht mehr ohne *hust* finanzielle Gegenleistung zurückgeben wollen. Damit kann Schaffner weder vor noch zurück: An der US-Grenze wartet Hadden, um ihn nach London mitzunehmen, in Mexiko hat er ohne Papiere keine Freizügigkeit. Als dann der Polizeichef auch noch von Schaffners millionenschwerem Konto in Mexiko City erfährt, zieht er die Daumenschrauben immer stärker an. Am Ende ist Schaffner, der sich natürlich weigert zu zahlen, völlig isoliert: Seine Faxe landen direkt auf der Polizeistation, niemand vermietet ihm ein Zimmer oder verkauft ihm irgendetwas. Flucht ist aussichtslos, da spätestens am nächsten Polizeiposten Schluss ist. Dieser Polizeichef ist die zweite starke Figur des Films und von Noel Willman („Der Kuss des Vampirs“) verkörpert als fast sanfter Mann mit schwarzem Herzen *lach.

Rating: $$$$$

Splatter:

2/10

 

 

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