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Lawless – Die Gesetzlosen

Info

OT: 
Lawless

Jahr: USA 2012
R: John Hillcoat
B: Nick Cave
K: Benoit Delhomme
M: Nick Cave, Warren Ellis
D: Shia LaBeouf, Tom Hardy, Jason Clarke, Guy Pearce

Quelle: TV (3sat)

 

Inhalt

Seitdem Forrest Bondurant (Tom Hardy) als einziger seiner Einheit den Untergang eines Truppentransporters überlebte und sein Bruder Howard (Jason Clarke) die „Spanische Grippe“, umwabert die Brüder der Nimbus des Unzerstörbaren. Knapp 15 Jahre später, Anfang der Dreißiger-Jahre, sind die Jungs als sogenannte „Moonshiner“ in Franklin County, Virginia, gut im Geschäft mit Schwarzgebranntem. Unbehelligt vom Gesetz und den Gangstern in den großen Städten. Ihnen zur Hand geht der jüngste Bruder Jack (Shia LaBeouf), den die beiden Älteren aber für zu weich halten, um richtig mit einzusteigen.
Dann dreht sich mit dem neuen Bezirksanwalt Mason Wadell (Tim Tolin) der Wind: Im Gepäck hat er den so gelackten wie arroganten und sadistischen „Special Deputy“ Charles Rakes (Guy Pearce). Offiziell sollen sie das weit verbreitete Schwarzbrennen unterbinden. In Wirklichkeit geht’s ihnen aber nur darum, an den Gewinnen aus dem lukrativen Alkoholschmuggel beteiligt zu werden. Während die meisten Destillenbetreiber klein beigeben, bleiben die Bondurants widerborstig. Zudem herrscht zwischen ihnen und Rakes eine echte Männerfreundschaft.
Alle Versuche Rakes‘, die überzeugten Freelancer mit brutalsten Methoden unter Kontrolle zu bringen, scheitern. Zumal sich die Bondurants mit dem regionalen Mobster Floyd Banner (Gary Oldman) einen mächtigen Verbündeten und Stammkunden ins Boot geholt haben. Doch Rakes bleibt am Ball …

Zitate

Forrest zu Wadell: „Wenn Sie Ihren Clown mit der Fliege nochmal herschicken, werde ich ihm persönlich den Scheitel mit dem Hackmesser nachziehen.“

Rakes: „Ihr blöden Provinzler seid wirklich ein großer Quell ungeahnter Freuden.“

Deputy (Lew Temple): „Das sollte dir leid tun, Forrest.“ – Rakes: „Das tut es schon. Er ist nur zu blöd, um es zu merken.“

Die Kritik des Gunslingers:

Klassische Gangsterfilme erwärmen schon seit jeher mein Herz, und eine ratternde Tommy Gun auf flimmernder Leinwand klingt fast wie Musike. Nun ja, daher bin ich bei solchen Streifen selbstredend alles andere als objektiv. So fand auch diese üppig budgetierte Major-Produktion Berücksichtigung in unserem ansonsten ja eher schmuddeligen Kanon zu bequatschender Streifletten.
Technisch gibt’s an dem Film nichts zu rügen. Die authentische Ausstattung wird mit leicht farbstichigen düsteren Bildern ins Bild gesetzt. Ich hoffe mal nicht, dass mein Abspielgerät im Eimer ist *lach. Den Plot verfasste Mucker Nick Cave nach dem Roman eines Bondurant-Verwandten; sein Spezi John Hillcoat inszenierte in eher langsamem Arbeitstempo. Hillcoat hat im Übrigen etliche kurze Dokus über Caves Band „Bad Seeds“ gedreht, aber das führt jetzt ein wenig ab. Es geht um Familienehre, „rural legends“ und darum, wie die so smarten Großstadttypen, für die der exaltierte Rakes steht, von den „blöden Provinzlern“ amtlich abgekocht werden. Wenn man dem Streifen am Zeug flicken möchte, so kann man
beispielsweise ins Feld führen, dass der Streifen zu viel Wert aufs rein Dekorative legt. Dagegen stehen seine dramatischen Aspekte sehr im Hintergrund. So dient etwa der grundlegende Konflikt zwischen den Bondurant-Brüdern – Jack wird von den Älteren nicht für voll genommen – letztlich nur dazu, die nächsten optischen Bonbons auszupacken (wink). Das ist immer dann der Fall, wenn's Jack seinen Brüdern beweisen will.
In Tom Hardy und Guy Pearce begegnen sich die beiden Hauptkontrahenten auf Augenhöhe.
Beiden ist das Gesetz relativ wurscht. Die Bondurants hindert es an der Geschäftsausübung, Rakes leistet es immerhin gute Dienste, um seine Börse zu füllen. Dabei hat Pearce die dankbarere Rolle. Was der auch klasse ausspielt. Während Hardy den schweigsamen, knallharten und ehrbeflissenen Kerl mit Hang zum Einzelgänger gibt, kann Pearce jede Menge Manierismen ins Spiel bringen. Sein Rakes ist ein eitler, sadistischer Fatzke, der in Eau de Cologne badet, immer Handschuhe trägt und Leuten das Genick bricht, weil sie sein Hemd beschmutzt haben. Großartig.
Der Score stammt auch unter anderem von Nick Cave und bietet eine trockene Mischung aus kargem Country-Blues. Sehr fein.


Rating: $$$$

Splatter:

4/10

 

 

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