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Magnifique – Ich bin der Größte, Le

Die Eröffnungsszene.

Info

OT:
Le Magnifique

AT:
Come si distrugge la Reputazione del più grande Agente segreto del Mondo (I)
Belmondo – der Teufelskerl

Jahr: F/I 1973
R, B:
Phillippe de Broca
B: Francis Veber, Jean-Paul Rappeneau
K: René Mathelin
M: Claude Bolling
D: Jean-Paul Belmondo, Jacqueline Bisset, Vittorio Caprioli, Monique Tarbès

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Einst hatte Schriftsteller François Merlin (Jean-Paul Belmondo) Ambitionen. Doch nun ist er 40, geschieden und hat einen halbwüchsigen Sohn. Um das Feuer in Gang zu halten, ist er einen Knebelvertrag mit Verleger Georges Charron (Vittorio Caprioli) eingegangen. Nun sitzt er in seiner abgerockten Butze und schreibt in Serie Pulp-Actioner um den Superagenten Bob Saint-Clair: smart, knallhart und ein Womanizer, der die Matratzen durchglühen lässt.
Zum Frustabbau schlüpft Merlin in seiner Fantasie immer wieder in die Haut Saint-Clairs und lässt an exotischen Schauplätzen die Quälgeister des realen Alltags – Handwerker, Polizisten und dergleichen mehr – spektakuär über die Klinge springen. Unterhaltung und Quelle stiller Sehnsucht bietet seine Nachbarin, Soziologiestudentin Christina (Jacqueline Bisset), die er von seinem Fenster aus beobachten kann. Sie taucht folgerichtig bereits im in der Mache befindlichen Buch als Saint-Clairs Love-Interest Tatjana auf.
Dann lernt Merlin aber Christina tatsächlich persönlich kennen. Und die ist Feuer und Flamme, als sie erfährt, dass der schüchterne Nachbar Groschenromane schreibt. Nun will sie ihre Doktorarbeit über Merlin und die Rezeption seiner Bücher schreiben. Merlins Hormone geraten in Wallung, und so hat er's auf einmal eilig, Saint-Clair loszuwerden und sein Leben zurückzugewinnen. Doch das ist gar nicht so einfach.

Zitate

Merlin: „In jedem Roman, den ich schreibe, sind vier bis fünf Seiten gut.“Sohn: „Bei 42 Büchern sind das 200 Seiten. Das ist doch schon fast ein Buch.“

Bob St. Clair: "Und was nehmen sie, mein Schatz? Kümmel, Sake, Tokaier, Kaffeelikör oder einen Kartoffelschnaps?"

Die Kritik des Gunslingers:

Mit vorliegendem Streifen lieferte das eingespielte Team de Broca / Belmondo einmal mehr amtlich ab. Beide waren offensichtlich für den anderen ein Glücksfall: de Broca hatte in Belmondo wirklich die Idealbesetzung für seine noncharlanten Action-Helden gefunden, während Bébel dank des Regisseurs endgültig zur europäischen Starriege gehörte.
Dieser Film zieht seinen Treibstoff aus der Parallelität der beiden Handlungsebenen. Auf der einen Seite der unter Produktionsdruck stehende, isolierte Merlin, der in seiner Hütte sitzt und neue Saint-Clair-Abenteuer ersinnt, während Regen an die Scheiben prasselt. Auf der anderen Seite der lässige, unverwundbare Agent, der seine Gegner schockweise en passant und mit einer Hand eintütet, die andere Hand lässig um die Mieze gelegt, vorzugsweise Tatjana.
Diese beiden Ebenen verschmilzt der Streifen immer wieder, wenn Saint-Clair etwa den renitenten Elektriker (Jean Lefebvre) direkt mit Kugeln aller Kaliber nebst Handgranate flachlegt. Und selbstredend ist Verleger Charron in Melins Romanen für eine unrühmliche Dauerrolle gebucht: als Saint-Clairs unfähiger Gegner Oberst Karpov. Sehr nett auch, wenn sich die Figuren aus dem Saint-Clair-Kosmos direkt an ihren Schöpfer wenden, wenn's nicht weitergeht (wink). Oder wenn Merlin den Ratschlag seines Sohnes „viel Gewalt und Sex“ direkt in die Tat umsetzt. Betrachtet man die „OSS“-Filme von Michel Hazanavicius, so wird deutlich, woher die Inspiration stammt. Ganz groß die Szene, in der Saint-Clair beim Kuss mit Anna seine Zyankali-Kapsel aus dem hohlen Zahn fällt, und zwar direkt in den Pool – mit durchschlagender Wirkung.
Doch neben der überdrehten Actioner-Parodie sollte man auch die sich schüchtern entwickelnde, reale Liebesgeschichte zwischen Merlin und Christina nicht außer Acht lassen. Hier kann man beobachten, dass Belmondo deutlich mehr drauf hat, als den leichtfüßig-lässigen Haudrauf zu geben. Als ob wir das nicht schon vorher gewusst hätten (wink).

Rating: $$$$

Splatter:

0/10 (die Blutbäder, die Saint-Clair anrichtet, seien hier mal unberücksichtigt *lach*)

 

 

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