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Frauen bis zum Wahnsinn gequält

Info

OT:
Le Foto proibite di una Signora per bene

AT:
Dias de Angustia (SP)

Jahr: I/SP 1970
R: Luciano Ercoli
B: Ernesto Gastaldi, M. Velasco
K: Alejandro Ulloa
M: Ennio Morricone
D: Dagmar Lassander, Pier Paolo Capponi, Simon Andreu, Nieves Navarro („Susan Scott“)

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Pier (Pier Paolo Capponi) ist Chef einer Firma für Tauchbedarf und verheiratet mit der süßen Minou (Dagmar Lassander). Während er mit wirtschaftlichen Turbulenzen und Wucherkrediten kämpft, spricht sie Alkohol und Psychopharmaka zu. Eines Abends geht ein Unbekannter (Simon Andreu) Minou am Strand an. Nachdem er sie kräftig gedemütigt und mit Vergewaltigung bedroht hat, steckt er ihr auf einmal, ihr Ehegespons sei ein übler Schlingel, ein Mörder dazu. Dann lässt der Finsterling von Minou ab und verduftet.
Das nagt an der geschockten Lady, zumal vor gar nicht langer Zeit Piers Hauptkreditgeber überraschend verstarb. Dann meldet sich der Unhold wieder und spielt Minou eine Aufnahme vor, auf der angeblich Pier zu hören ist, wie er den Mordplan an seinem Finanzier eintütet. Da der Fremde im Tausch gegen die Kassette kein Geld will, sondern an ihr schlichtweg seine Sadismen ausleben möchte, lässt sich Minou darauf ein. Doch die Erpressungen gehen jetzt erst richtig los.
Auf Anraten ihrer Freundin Dominique (Nieves Navarro) weiht die Gutste schließlich doch den Gatten ein, der seinen Spezl Commissario Poretti (Osvaldo Genazzani) hinzuzieht. Aber das macht’s noch schlimmer, denn die Polizei findet keinen Beweis für die Existenz eines Erpressers. Sehr schnell hat Minou zu allem Überfluss auch ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Zitate

Dominique: „Ich mag alles, solange es mich heiß macht.“

Schurke: „Du hast heute Dinge gelernt, die dir dein Mann niemals beibringen kann.“

Pier: „Du brauchst Ruhe. Das ist alles.“

Die Kritik des Gunslingers:

Genre- und Regiedebüt des Produzenten Luciano Ercoli, der auf diesen zwei weitere Giallos – oder besser Gialli? (wink) – folgen ließ. Alle drei übrigens mit seiner Ehefrau Nieves Navarro und Simon Andreu. Der Streifen enthält zwar fast alles, was die Konvention für einen Giallo festlegt: beispielsweise schickes Ambiente, schöne Frauen, Sex und einen behandschuhten Wüstling mit Klinge. Was aber fehlt, ist die blutige Mordserie, so dass der Streifen eher an Hitchcock oder Streifen wie „Mitternachtsspitzen“ gemahnt, denn an die typischen Genrereferenzen vom Schlage Bava oder Argento.
Der Streifen lässt sich in zwei von der Stimmung her komplett unterschiedliche Teile gliedern. So widmet sich die erste Stunde einmal der Beziehung der Eheleute, in der Pier ganz offensichtlich die Hosen an hat. Zwar scheint die Ehe durchaus harmonisch, doch haben beide Partner ihre Geheimnisse voreinander: er aus Berechnung, sie aus Verlustangst. In diese Blümchengemeinschaft bricht brutal der Sadist ein. Erstaunlicherweise scheint Minou das Spiel mit Macht und Dominanz durchaus zu goutieren. Aber sie bricht zusammen, als sie merkt, dass sie die Kontrolle verloren hat und ausweglos in der Hand des Erpressers ist.
Im zweiten Teil wandelt sich die Atmo: Das Gelüstel aus Sex, Macht und Bedrohung tritt in den Hintergrund zugunsten eines waschechten Paranoia-Thrillers, in dem die Karten neu gemischt sind. So findet Kommissar Poretti keine Spuren des Erpressers – die Wohnung etwa, in der die Treffen von Minou mit ihrem Peiniger stattfanden, scheint seit Jahren leer zu stehen. Angebliche Beweise für die Existenz des Unholds – nasse Spuren in der Butze des Ehepaars, ein Foto, das Minou besaß und den Mann zeigt – lassen sich anders erklären oder sind verschwunden. Die vom Schurken avisierten pikanten Erpresserfotos … sie treffen nie ein. Allmählich steht Minou völlig allein da, denn ihr Umfeld glaubt eher an einen weichen Keks als eine handfeste Bedrohung.
Tolle Farben, eine klasse Kamera, ein Top-Score von Ennio Morricone und nicht zuletzt der fähige Cast runden das Sößchen ab. Allerdings scheiden sich hieran wohl die Geister. Wir aber schlagen uns eher zur „Meisterwerk“-Fraktion.

Rating: $$$$$-

Splatter:

2/10

 

 

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