Access Keys:
Skip to content (Access Key - 0)

Toggle Sidebar

Info

OT: 
Death at a Funeral

Jahr: USA/GB/D/NL 2007
R: Frank Oz
B: Dean Craig
K: Oliver Curtis
M: Murray Gold
D: Matthew Mcfadyen, Rupert Graves, Daisy Donovan, Andy Nyman

Quelle: TV (ZDFneo)

 

Inhalt

Als Väterchen ins Gras beißt, ist es an Sohn Daniel (Matthew Mcfaddyen), die Trauerfeier auszurichten und zu blechen. Dessen älterer Bruder Robert (Rupert Graves) weilt als gefeierter Schriftsteller in New York, ist trotzdem ziemlich abgebrannt, hat sich aber mit den letzten Pennunzen ein Erster-Klasse-Ticket nach Hause gegönnt. Damit kann Daniel den erhofften brüderlichen Anteil an den Begräbniskosten abschreiben, Kohle, die eigentlich dringend gebraucht hätte, um die neue Eigentumswohnung anzuzahlen.
Die Festivität selbst steht von Beginn an unter keinem guten Stern. Erst liefert das Beerdigungsinstitut die falsche Leiche. Gut, nervt, aber lässt sich noch korrigieren. Dann hat Simon (Alan Tudyk), Freund von Daniels Kusine Martha (Daisy Donovan), irrtümlich statt des erhofften Valiums eine halluzinogene Pille eingeworfen: die neueste Kreation von Marthas Bruder Troy (Kris Marshall), einem hoffnungsvollen Pharmazie-Studenten. Acht Stunden Dauertrip garantiert. Schließlich taucht auch noch Peter (Peter Dinklage) auf, der vom schwulen Parallelleben des Verblichenen zu berichten weiß und dies mit saftigen Fotos belegen kann. Für schlappe 15.000 Pfund will er die Bilder an Daniel und Robert veräußern.
Diese Umstände kommen einer würdevollen Trauerzeremonie nicht gerade zupass.

Zitate

Martha: „Wir fahren zu einer Beerdigung, du Wichser! Ein bisschen mehr Respekt!“

Troy: „Das Valium war eigentlich gar kein Valium … Es ist ein halluzinogenes Gemisch. Da ist sowas drin wie LSD, Mescalin, etwas Ketamin.“

Howard: „Er ist vor deiner Mom gelandet. Wie eine tote Forelle.“ (Selbst den lieben Verblichenen hält es nicht in seinem Sarg)

Daniel: „Ich gebe dem Furz keinen Penny von meinem Geld.“

Onkel Alfie (Peter Vaughan): „Ich muss kacken.“

Daniel: „Dieser Tag war bisher ein furchtbarer Alptraum.“

Die Kritik des Gunslingers:

Frank Oz macht auch außerhalb des Puppenspieler-/Muppets-Universums immer wieder durch gelungene Regiearbeiten auf sich aufmerksam. Beispielhaft seinen hier nur die Komödien „Der kleine Horrorladen, „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ und „Bowfingers große Nummer“ genannt. Und Komödien kann der Mann einfach, wie auch der vorliegende Streifen beweist.
Hier eine sinnvolle Inhaltsangabe zu liefern, ist fast unmöglich. Der Film ist als Kammerspiel mit vielen Beteiligten inszeniert. Spätestens, als Simon durch seine *hust* Halluzinationen die Trauerfeier erst einmal sprengt, zerstreut sich die Gesellschaft bis zur Wiederaufnahme der Zeremonie in Haus und Garten. Von nun an zerfällt die Geschichte in einzelne skurrile Handlungsstränge mit ständig wechselnden Beteiligten. Da wären Troy und seine Schwester Martha, die versuchen, den durchgeknallten Simon unter Kontrolle zu halten. Erschwerend kommt dazu, dass Troy seine Spezialpillen in einem Valiumdöschen dabei hat, das er auch noch im Garten verliert. So kommt es zwangsläufig zu weiteren „Reisenden“. Dann hätten wir noch Howard (Andy Nyman), einen Freund der Familie und Hypochonder vor dem Herrn, der alle mit seinen Prognosen um sein baldiges Ableben nervt. Peter, der kleinwüchsige Erpresser, der dauerfluchende, an den Rollstuhl gefesselte Onkel Alfie, oder der schmierige Justin (Ewen Bremner), der Martha aufs penetranteste umbalzt, um nur einige aus dem bunten Sammelsurium der Charaktere herauszugreifen.
Der Film ist pfiffig inszeniert. So lässt Daniel seinen Blick durchs ehemalige Arbeitszimmer seines Vaters schweifen, als ihm Peter die anzüglichen Fotos zeigt. Auf einmal enthüllen sich ihm hier die vermeintlich „klassischen“ Zeichen, die für ihn bis dahin unsichtbar waren: Bücher über weibliche Filmstars, Skulpturen von muskulösen Männerkörpern, Gemälde, die schöne Jünglinge darstellen. Er verlässt konsterniert das Zimmer, um sich mit Robert zu beraten. Gleich vor der Tür bekommt er von einem der älteren Trauergäste die Geschichte zu hören, wie sie als Jungs immer nackt gebadet haben. Sein Vater habe nie genug bekommen können. Das Bild wird rund.
Hinzu kommen die sowieso schwärenden Familienkonflikte, die sich entladen, beispielsweise zwischen ihm, dem treuen „Langeweiler“, und Robert, dem kreativen und beliebten Filou und Tausendsassa. Das Schöne ist, dass der Streifen seine Figuren nicht für einen Gag verkauft, niemanden lächerlich macht. Am Ende bleibt allen die Würde sowie eine gelernte Lektion und uns ein feines Beispiel gehobener Komödienkunst *ähem.

Rating: $$$$+