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Info

OT:
Per qualche Dollaro in Meno


Jahr:
I 1966
R: Mario Mattoli
B: Bruno und Sergio Corbucci (Idee), Vittorio Vighi, Mario Guerra
K: Giuseppe Aquari
M: Marcello Giombini
D: Lando Buzzanca, Raimondo Vianello, Elio Pandolfi, Pietro Tordi

Quelle: TV (MDR)

 

Inhalt

Bill (Lando Buzzanca) arbeitet als zweiter Kassierer in der Bank von Mr. Black (Pietro Tordi). Und der ist ein Schatz von einem Chef: Schon für Fehlbeträge von sechs Dollar lässt er seine Angestellten einlochen und zu jahrelanger Zwangsarbeit verdonnern. Kein Wunder, dass Bill in Panik gerät, als er bei der wöchentlichen Abrechnung ein Minus von sogar 100 Schleifen feststellt.
Glücklicherweis‘ liegen ein paar Feiertage an, und eine dementsprechende Galgenfrist, um den Fehlbetrag auszugleichen. Cousin Frank (Raimondo Vianello), genannt „Der General“, soll aushelfen, doch der ist wegen seiner Spielsucht komplett blank. Frank hat aber eine feine, uns nicht fremde (Zwinkern) Geschäftsidee: Bill soll ein paar kleinere Dinger drehen, bis ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt ist. Frank liefert ihn ab, kassiert, und am Ende wird geteilt.
Zwar stellt sich das Duo selten dämlich an, doch es gelingt tatsächlich, ein Kopfgeld von 10.000 Dollar zu „erwirken“. Aber dann verzockt Frank die Pennunzen noch am selben Tag und vergisst, seinen Cousin aus dem Knast zu befreien. Mithilfe eines knüppelharten Brotkantens gelingt Bill dennoch die Flucht – zusammen mit dem kokasüchtigen Banditenboss Miguel, „El Mexicano“ (Elio Pandolfi). Der ist nicht mehr zu halten, als er erfährt, dass sein „Amigo“ Kassierer in der Black-Bank ist. Die wollten seine Jungs schon immer mal leermachen ...

Zitate

Black: „Arbeiten Sie hart und und fleißig, sonst muss ich Sie befördern.“ – Bill: „An welche Position hätten Sie denn gedacht, Mr. Black.“ – „An die frische Luft.“

El Mexicano: „Ich nenne sie nicht ‚Miss Piggy, sondern ‚Miss Spanferkel‘.“ (Mexicano entführt Franks Lieblingsferkel)

Die Kritik des Gunslingers:

Gleich vorangeschickt: Ich bin eh kein großer Freund von reinen Italowestern-Komödien. Außer „Nobody“ und Spencer/Hill lasse ich da nicht viel gelten. Hier erwartete ich also das Schlimmste, zumal ich mich im Vorfeld ein wenig über den Streifen informiert hatte. Doch alles halb so schlimm und kein Grund, gleich blutige Tränen zu furzen, liebe Freunde.
Zwar gab es bereits in der Zeit vor dem durch Sergio Leone abgegebenen Startschuss für den Italowestern italienische Westernkomödien. Doch dürfte es sich bei „Irren ist tödlich“ tatsächlich um eine der ersten rein komödiantischen Auslegungen des Genres handeln. Und die ist wirklich nicht schlecht geraten. Schon der Vorspann macht was her: Anstelle der häufig verwendeten, mit Revolvergeballer unterlegten Silhouetten-Animationen finden sich hier per Stop-Motion erweckte Strickpuppen. Darunter liegen Genre-übliche Gitarren- und Trompetenthemen, die am Ende einen klassischen Humpta-Comedy-Touch bekommen. Neben den Corbucci-Brüdern war am Buch auch Mario Guerra beteiligt, der bereits seit den 1950ern, italienische Western und vor allem Komödien skriptete.
Der Originaltitel zieht eine Linie Richtung Sergio Leone. So finden sich auch im Film selbst immer wieder Anleihen bei der „Dollar“-Trilogie: Bills Maultier und Poncho, Franks Pfeife und Klamotten, der drogenbenebelte Bandit, die Figurenkonstellation, das Spieluhr-Duell. Und auch „Django“ schaut um die Ecke, als Bill kurzzeitig einen Sarg hinter sich herzieht, in dem er allerdings kein Maschinengewehr, sondern seine höchst lebendige Verlobte Jane (Valeria Ciangoltini) transportiert.
Hauptdarsteller Buzzanca grimassiert und scherzt sich durch die Handlung wie ein italienischer Jerry Lewis, von dem er einige Manierismen fast 1:1 übernommen zu haben scheint. Die Atmo ist zwar grün und laubig, aber authentischer als bei vielen ernsthaften Italoproduktionen. Das gilt auch für die Ausstattung. Außerdem gibt es ein paar wirklich nette Scherzchen, wie das missglückte Attentat zu Beginn des Films. Gut auch der aus „Für ein paar Dollar mehr“ übernommene Flashback: Hier bringt der Bandit allerdings nicht eine Geliebte um, sondern Franks preiswürdiges Lieblingsferkel endet auf den Mexikaner-Tellern. Der fast missglückte Banküberfall, bei dem Kunden mit Holzbein oder aus einer Einkaufstasche fallende Orangen die auf Bills Klopfzeichen wartenden Mexikaner irritieren, ist ebenfalls ganz nett gemacht.
Keine Topware, aber bei weitem nicht so schlecht, wie er vielerorts angesehen ist.

Rating: $$$

Bodycount:

1 Mexikaner

Explizite Brutalitäten:

Nada

Liebe:

Zwar bringen Jane und Sally (Lucia Modugno) ihre Scheichs Bill und Frank am Ende mit einem Trick vor dem Traualtar. Doch in der Handlung schlagen sich die Liebeleien – glücklicherweise – kaum nieder: 1/10

Splatter:

0/10

Spezialitäten:

  • Franks Klamotten sind eine wahre Wundertüte. Aus ihnen zaubert er alles: von Whisky und Soda über allerlei Spielkarten, um mediokre Blätter aufzurubeln, bis zur Säurephiole, um Safeschlössern zu Leibe zu rücken
  • El Mexicano ist schwer kokasüchtig. Hat er nix zu kauen, leidet er an Totalamnäsie. Zur Not tut’s auch mal ein oller Zigarillostummel
  • Zusammen mit einem Hosenträger als Schleuder ist ein ausreichend abgelagerter Brotkanten eine feine Waffe gegen den Sheriff (Carlo Carlisti)
  • Bill benutzt für den Banküberfall ein spezielles Betäubungsspay