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Info

OT: 
The Salvation

Jahr: DK/GB/SA 2014
R, B: Kristian Levring
B: Anders Thomas Jensen
K: Jens Schlosser
M: Kasper Winding
D: Mads Mikkelsen, Jeffrey Dean Morgan, Eva Green, Mikael Persbrandt

Quelle: TV (Das Erste)

 

Inhalt

Nach Ende des deutsch-dänischen Krieges, 1864, hauen Jon (Mads Mikkelsen) und sein Bruder Peter (Mikael Persbrandt), beides ehemalige Soldaten der dänischen Armee, in‘ Sack und gehen ins gelobte Land. Nachdem sie dort Fuß gefasst haben, holen sie sieben Jahre später Jons Gattin Marie und seinen kleinen Sohn Kresten nach.
Doch erweist sich dies als keine so gute Idee: Bereits auf der Kutschfahrt vom Bahnhof zur familieneigenen Parzelle kommt’s zu Raufhändeln mit zwei Galgenstricken. Das Ende vom Lied: Marie und Kresten ermordet, die beiden Übeltäter durch Jon final verbleit. Zur Trauerarbeit bleibt indes nicht viel Zeit. denn einer der Toten war Paul Delarue (Michel Raymond-James), frisch aus dem Knast entlassener Bruder von Henry Delarue (Jeffrey Dean Morgan), genauer gesagt Colonel Henry. Der beherrscht mit seinen Schergen den Weiler Black Creek, in dem alles nach seiner Pfeife tanzt.
Und Colonel Henry wiederum bemüht sich nach Kräften, das ölreiche Gebiet zu entvölkern. Dafür sorgt er durch milden Druck wie Erschießungen und horrende Schutzgeldforderungen, dass die Bürger ihre Parzellen verscheuern, und zwar an Bürgermeister Keane (Jonathan Pryce). Der gibt die Besitzurkunden weiter an Delerue, welcher die Papiere mit sattem Gewinn an eine Ölgesellschaft verscherbelt.
Jetzt aber ist der Colonel erstmal stinksauer über den Tod seines Bruders und fordert von der schissrigen Dorfgemeinschaft den Kopf des Schuldigen. Jon und Peter, die eigentlich Black Creek den Rücken kehren wollen, stehen allein auf weiter Flur und haben auch die willfährige Obrigkeit in Gestalt von Sheriff Mallick (Douglas Henshall) gegen sich. Langsam wird das Ausmaß des Netzwerks aus Scheiße sichtbar, das Black Creek überzieht, und die Dänen sind gezwungen, den Kärcher auszupacken.

Zitate

Mallick: „Manchmal muss zum Wohl der Herde nun mal ein einzelnes Schaf geopfert werden.“

Delarue: „Ja, ich hab‘ dich unterschätzt, Soldat.“

Peter: „Ich hoffe, du hast eine Frau, die dich leiden kann. Wirst keine mehr finden mit der Fresse.“

Delarue: „Wenn jeder von euch seinen Spaß mit ihr hatte, stecht sie ab.“

Die Kritik des Gunsingers:

So ganz totzukriegen ist er ja nicht, der Western. Auch wenn die großen Zeiten der Pferdeopern schon lange in den Sonnenuntergang entschwunden sind. Doch immer wieder gibt es Lebenszeichen, selbst wenn sie nicht mehr aus dem Geburtsland des Genres stammen.
„The Salvation“ ist eine internationale Produktion unter dänischem Regiment. Ein Oldschooler, der überdeutlich in den Gewässern der US-amerikanischen Altmeister und ihrer italienischen Epigonen gründelt. Gedreht in Südafrika, gibt’s hier ordentlich Augenfutter auf die Gabel. Fette Landschaftspanoramen treffen auf typische Close-ups. Die Kameraarbeit ist fantastisch und by the way die dickste Bank des Streifens. Gleich danach kommt der Cast, der mit Mads Mikkelsen und Mikael Persbrandt zwei großartige Charakterpfannen des Dänenkinos in den Reihen hat. Beide machen ihre Sache grandios, wenngleich Persbrandt – Achtung, Spoiler – eher früh abtreten muss. Doch bis hinein in die Nebenrollen ist der Streifen toll besetzt. Eric Cantona beispielsweise, die alte ManU-Legende, kriegt reichlich Screentime und am Ende die Gelegenheit zum spektakulären Abtritt. Richtig toll ist aber auch Jeffrey Dean Morgan als lakonisch-sadistischer Colonel, übrigens wohl der einzige Amerikaner am Set (Zwinkern).
Was dem Film aber fehlt, ist nach fulminantem Beginn echte Dramatik. Spitze ist etwa die anfängliche Kutschensequenz, die wirklich mitnimmt. Toll gespielt, ein Kammerspiel auf engstem Raum. Ansonsten hangelt sich der Streifen an den Konventionen entlang. Das betrifft sowohl den Plot, der eine eher klassische Rachegeschichte erzählt, als auch die verwendeten Stilmittel. Aber hey, wenn das so liebevoll in Szene gesetzt ist, wollen wir an dieser Stelle mal nicht kleinlich sein. Die Atmo ist überzeugend, und die Sets bieten allerhand Material für Jens Schlossers Kamera. Der blubbernde, qualmende Teersee vor den Toren der Stadt, das Kaff, in dem die Banditen residieren – größtenteils die verkohlten Überreste von Holzhäusern –, künden von Untergang und Wandel. Genauso wie die seltsamen Doppelfunktionen der Amtsträger: So ist der Sheriff gleichzeitig Pfarrer, während der Bürgermeister auch den Sargtischler gibt.
Definitiv eine Fan-Angelegenheit.

Rating: $$$$

Bodycount:

ca. 15 Gringos, 2 Frauen, 1 Kind

Explizite Brutalitäten:

  • Paul und Lester (Sean Cameron Mitchell) erledigen aus Daffke Jons Frau und Sohn
  • Delarue erschießt aus Rache für den Tod seines Bruders drei willkürlich ausgewählte Dörfler
  • Jon erhält eine Sonderbehandlung durch Delarue, nachdem ihn Sheriff Maillck ausgeliefert hat
  • Bürgermeister Keane klaut dem gefolterten Jon die Stiefel mit den Worten „Da, wo du hingehst, brauchst du sie ja eh nicht mehr.“
  • Einer von Delarues Schergen verbrennt bei lebendigem Leib
  • Jon schneidet einem weiteren Handlanger (Eric Cantona) von hinten die Gurgel durch, nachdem er ihm vorher ein Messer ins Auge gerammt und in den Rücken geschossen hat

Liebe:

Die ist nach der ersten Viertelstunde gegessen: 1/10

Splatter:

4/10