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Info

OT: 
Verónica

Jahr: SP 2017
R, B: Paco Plaza
B: Fernando Navarro
K: Pablo Rosso
M: Chucky Namanera
D: Sandra Escacena, Bruna González, Claudia Placer, Ivan Chavero

Quelle: DVD (Koch). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Inhalt

Die 15-jährige Veronica (Sandra Escacena) lebt mit Mutter (Ana Torrent) und drei kleinen Geschwistern (Bruna González, Claudia Placer, Ivan Chavero) in Madrid. Weil Mamá des Nachts in einer Kneipe schafft und tagsüber Matratzenhorchdienst hat, hat Veronica tagein, tagaus die Kurzen nebst Haushalt an der Backe. Mit allen Folgen für ihr soziales Leben (Zwinkern).
Seit dem Tod des Vaters ist Veronicas Interesse für Okkultes erwacht. So bringt sie eines Tages in die Schule ein Ouija-Brett mit, um zusammen mit ihrer besten Freundin Rosa (Ángela Fabián) und Diana (Carla Campra), einer weiteren Klassenkollegin, Kontakt zum Vater aufzunehmen. Die Gelegenheit ist günstig, denn eine Sonnenfinsternis sorgt für leere Klassenräume. Also verlustieren sich die drei Mädels heimlich in den Schulkeller und ziehen ihre Sitzung durch.
Die ist erfolgreicher als erwartet: Am Ende ist das Brett zerstört, und Veronica hat etwas an der Backe, das nicht von dieser Welt und gefährlich ist. Da sie keine Hilfe zu erwarten hat, muss sie selbst versuchen, den Geist zurück in die Flasche zu pfropfen.

Zitate

„Todesschwester“ (Consuelo Trujillo):
Man braucht nicht unbedingt Augen, um zu sehen.“
„Kreuze? Die helfen dir nicht. Gott hat damit nichts zu tun.“

Du musst in Ordnung bringen, was du verbockt hast.“

Lucia (Bruna González): „Dafür gibt dir Mama solange Hausarrest, bis du über 40 bist.“

Die Kritik des Gunslingers:

Paco Plaza zeigte schon mit dem „[Rec]“-Serial, dass er einfach Talent hat, mit relativ einfachen Mitteln Grusel zu erzeugen. Und auch hier serviert er uns keinen Effekte-Overkill, sondern einen wohl temperierten Oldschool-Grusler. der weitgehend zu überzeugen weiß.
Der Streifen basiert auf einem wahren Fall, der sich Anfang der 1990er-Jahre zugetragen hat und eine kräftige paranormale Note aufweist. Das Tempo des Films ist zumeist eher laid back: Wir haben Zeit uns mit den durchweg sympathischen Charakteren anzufreunden. Selbst Veronicas kleine Geschwister sind weit davon entfernt, einem auf den Sack zu gehen, und Ana Torrent gibt eine überforderte Mutter, die deswegen von gehörigen Gewissensbissen geplagt wird. Beste Voraussetzungen also, da
ss uns deren Schicksal nicht am Allerwertesten vorbei geht und der Film mehr ist als das Warten auf den nächsten Gang mit Gehacktem.
Erste unheimliche Zäsur ist dann die Ouija-Sitzung: Sehr schön gemacht im schon per se bereits nicht allzu heimeligen Schulkeller. Danach drängen sich zunehmend die übernatürlichen, zumeist genre-typischen Phänomene ins Blickfeld: Türen, die sich
ohne sichtbare Einwirkung schließen, Alpträume, Geräusche, Gegenstände, die ihren Standort wechseln, Silhouetten im Augenwinkel. Und dass Haushalt sowieso schon nicht ganz ungefährlich ist, dürfte ja bekannt sein (Zwinkern). Doch ist dies kompetent inszeniert und gestützt durch den guten Score – zumeist eine Mixtur aus Synthie-Klängen und klassischem Gruselorchester.
Um Veronica tut sich eine große Einsamkeit auf: Sie allein muss mit dem Dämon fertig werden und gleichzeitig ihre Geschwister beschützen. Von den Erwachsenen ist keine Hilfe zu erwarten: Ihre Mutter glaubt sowieso nicht Übernatürliches, sondern schiebt’s eher darauf, dass sie Veronica ziemlich im Stich lässt mit allem. Anstatt zu helfen, mästet sie nur ihr schlechtes Gewissen. Eine blinde, doch hellsichtige Ordensschwester, von ihrer Umgebung liebevoll nur „Todesschwester“ genannt, weiß zwar um die Bredouille, in der Veronica steckt, kann aber nicht viel mehr beisteuern als düstere Warnungen und Ratschläge. Und
Veronicas Klassenkameradinnen Rosa und Diana wollen die Sache nur noch vergessen.
Die Effekte sind wie gesagt sehr zurückgenommen, funktionieren dann aber umso besser. Pablo Rosso („Sleep tight“), der ab und an mit den „[
Rec]“-Machern Plaza und Jaume Balagueró zusammenarbeitete, steuert zum wohl geratenen Gesamtpaket eine starke Kameraarbeit bei.

Rating: $$$$

Splatter:

4/10