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Info

OT: 
Un Lugar llamado Glory

AT:
Die weiße Hölle von Manitoba

Jahr: D/SP 1965
R: Sheldon Reynolds
B: Edward Di Lorenzo, Jerold Hayden Boyd, Fernado Lamas
K: Federico Larraya
M: Angel Artega
D: Lex Barker, Pierre Brice, Marianne Koch, Gérad Tichy, George Rigaud, Wolfgang Lukschy, Aldo Sambrell

Quelle: DVD (Universum Film)

 

Inhalt

In Glory City weiß man, richtig zu feiern: Als Höhepunkt des Stadtfestes sollen sich die beiden Gunslinger Brenner (Lex Barker) und Deaks auf der Hauptstraße zum Gaudium der Masse ein Duell auf Leben und Tod liefern. Doch kurz vor dem Event wird der Abenteurer Reese (Pierre Brice) bei den Stadtvätern vorstellig: Er verkündet, dass Deaks aus beruflichen Gründen das Zeitliche gesegnet hätte und daher ausfällt. Bei der Gelegenheit bietet sich Reese gleich selbst als Ersatzmann an.
Auf dem Weg ins beschaulichere Powder City, ein Weiler im Umland von Glory City, trifft Reese schließlich auf Brenner, ohne ihn allerdings zu kennen. Auch Brenner möchte in Powder City in Ruhe auf den großen Tag warten. Doch entpuppt sich Powder City ganz und gar nicht als das erhoffte friedliche Nest. Ein Konflikt zwischen den beiden Platzhirschen vor Ort, Vilaine (Gérad Tichy) und Seth Grandy (George Rigaud), ist gerade kurz davor zu eskalieren. Da sorgt die Ankunft von zwei Revolverhelden natürlich für Aufsehen. Vilaine nämlich wähnt in den beiden von Grandy gedungene Killer. Obwohl sowohl Brenner als auch Reese wiederholt ihre Neutralität bekunden und Avancen von Seth Grandy und dessen Tochter Jade (Marianne Koch) ablehnen, versucht Vilaine, die beiden immer wieder - erfolglos - durch seine Handlanger loszuwerden. Doch damit erreicht er das genaue Gegenteil: Der gemeinsame Gegner treibt Brenner und Reese notgedrungen in Grandys Lager und schweißt sie nur noch mehr zusammen, so dass aus ihnen bald dicke Freunde werden. Die freilich auf der Main Street von Glory City ihre böse Überraschung erleben.

Zitate

Villaine: „Seth, ich warte auf deine Antwort“ - Seth Grandy: „Die Leute bleiben!“ - „Dann musst du dir wieder einen Revolver anschaffen“

Brenner: „Einer von den Burschen zielt auf Sie, wissen Sie das?“ - Reese: „Es wäre ja auch erstaunlich, wenn es nicht so wäre.“

Handlanger 1: „Die bereiten sich auf einen langen Winter vor.“ - Handlanger 2: „Ja. Wenn der Winter jemals kommt.“

Richter: „Deaks ist vorige Woche umgelegt worden. Aber wir haben einen anderen Mann, den wir Ihnen gegenüberstellen. Ich bin sicher, dass Sie ihn leicht erledigen werden. Aber bitte, es muss nach etwas aussehen. Sie wissen ja, die Leute wollen nun mal etwas für ihr Geld sehen. So ist das Volk.“

Richter: „Eure beiden Pferde werden auf der anderen Seite der Mainstreet angebunden sein. Natürlich wird nur einer von euch beiden wegreiten. Hähähä."

Die Kritik des Aasgeiers:

Mitten in der Hochphase der Karl-May-Verfilmungen gedreht, sehen wir Pierre Brice und Lex Barker einmal nicht in ihren Paraderollen als Old Shatterhand und Winnetou. Inszeniert hat den Film Sheldon Reynolds, der hauptsächlich fürs TV inszenierte, unter anderem zwei Serien über Sherlock Holmes in den 1950ern und 1970ern. Zu seinen gelegentlichen Ausflügen auf die große Leinwand zählt unter anderem der Robert-Mitchum-Thriller "Die fünfte Kolonne".
Im Großen und Ganzen ist der Film in zwei Episoden aufgeteilt: das Duell in Glory City als Rahmenhandlung sowie das Abenteuer der beiden Gunslinger in Powder City. Die Powder-City-Episode ist eher Durchschnitt. Revolverhelden, die in einer Stadt mal tüchtig aufräumen, das ist jetzt nicht sonderlich originell, aber in diesem Falle handwerklich gut umgesetzt. Bis auf einen gravierenden Logikfehler: Reese und Brenner verbringen etliche Tage in Powder City, freunden sich an, kämpfen Seite an Seite; aber auf die Idee, sich mal vorzustellen, kommen sie nicht. Gut - damit wär die Glory-City-Episode wohl hinfällig geworden, aber trotzdem: Hier gibt’s Abzüge.
Besser gefallen hat mir da die Glory-City-Episode.  Die Idee, zwei Revolverhelden in einem Schaukampf wie Gladiatoren gegeneinander antreten zu lassen, hat was. Passend dazu gebärdet sich die Obrigkeit von Glory City, bestehend aus zynischem Richter, bordellerfahrenem Bankier und dauerbesoffenem Bürgermeister spätrömisch-dekadent. Gewaltverherrlichung und Sensationsgier werden hier aufgegriffen und kritisch reflektiert. Dass auch etwas an der Comedyschraube gedreht wurde, macht das Fest und den Gladiatorenkampf noch absurder. Dieser Twist ins Sozialkritische rettet den Film davor, einfach nur Durchschnittskost zu sein.
Obwohl eine deutsch-spanische Produktion mit amerikanischem Regisseur, ist der Streifen den zur gleichen Zeit aufkommenden Spaghetti-Western sehr ähnlich. Das ist auch den Nebenrollen zu verdanken, die mit bekanntem Personal aufwarten, etwa Antonio Molino Rojo, Angel del Pozo oder Aldo Sambrell (im Abspann als „Sandrell“ gleistet).  Der Soundtrack, bestehend aus Gitarren, Trompeten, Peitschenknall kann sich ebenfalls hören lassen und gibt der Produktion einen zusätzlichen Touch Spaghettifeeling.

Rating: $$$+

Bodycount:

11 Gringos

Explizite Brutalitäten:

Villaine rutscht bei Jade schon mal die Hand aus.

Liebe:

Jade und Brenner lassen ihre alte Liebe wieder aufleben. 1/10

 

 

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