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Info

OT: 
Vixen!

AT:
Russ Meyer’s Vixen!
Vixen – Ohne Gnade, Schätzchen

Jahr: USA 1968
R, B, K: Russ Meyer
B: Robert Rudelson
M: Igo Kantor
D: Erica Gavin, Garth Pillsbury, Harrison Page, Jon Evans

Quelle: TV (Kabel 1)

 

Inhalt

In British Columbia, Kanada, verdient Tom Palmer (Garth Pillsbury) seine Brötchen als Buschpilot und Tourenguide. Zusammen mit Gspusi Vickie/Vixen (Erica Gavin) betreibt er dazu eine Art Guest House, in dem zum Beispiel Angelgäste unterkommen können.
Da Tom nur selten zu Hause ist, lässt die rattenscharfe Vixen nix anbrennen. Sie knattert mit allem, was nicht bei drei auf einem Baum ist. Ob ihr nun der Mountie (Peter Carpenter) von nebenan seine Handwaffe zeigt, oder sie sich von den Gästen flachlegen lässt, spielt dabei für sie keine größere Rolle. Einzig der afroamerikanische Kriegsdienstverweigerer Niles (Harrison Page), der sich nach Kanada abgesetzt hat, kommt nicht zum Zuge: Vixen ist nämlich ausgewiesene Rassistin.
Noch mehr Schwung in die Bude kommt mit dem Iren O’Bannion (Michael Donovan O’Donnell): Der will sich von Tom nach San Francisco fliegen lassen – samt seinem Handgepäck, in dem sich mehrere Kilo Koks befinden.

Zitate

Janet (Vincene Wallace): „Stört es Sie, wenn ich Ihren Schoß als Kopfkissen missbrauche?“

Tom: „Machen Sie Ihre Bluse zu. Ich hab‘ genug zu bewältigen.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nach seinem munter zusammengeschusterten „Die liebestollen Hexen“ entsann sich Russ Meyer wieder auf die Bedeutung einer Story als Grundgerüst. So gibt es hier tatsächlich wieder eine, wenn auch dünnblütige Geschichte, die Erica Gavin und Vincene Wallace mit entsprechender Fleischeinlage anreichern. Und auch der Schnitt ist wesentlich straighter als im Vorgänger.
„Vixen!“, mit einem Budget von deutlich unter 100.000 Dollar realisiert, war dann auch der erste kommerzielle Erfolg für Russ Meyer. Während die Kritiker wie meistens wüteten, bedeutete das Einspielergebnis von insgesamt rund acht Millionen Bucks letztlich den Durchbruch für den Meister der gehobenen Fleischbeschau. Der geneigte Bahnhofskino-Besucher durfte zum ersten Mal nackte Tatsachen und wenn auch züchtig inszenierte Vögeleien in einem Meyer-Film begutachten.
Und nicht nur das: Meyer bringt auch sowas wie Message, vielleicht inspiriert von Filmen wie „One plus One“, den Jean-Luc Godard im gleichen Jahr herausgebracht hatte. Kriegsdienstverweigerung, Vietnamkrieg, soziales Gefälle und Rassismus kulminieren in einer zentralen Dialogsequenz im durch O’Bannion entführten Flugzeug. Erinnerte mich irgendwie an die Müllkippenszene im Godard-Film.
Als Beifang gibt es noch Ehebruch in Serie und Inzest. Beides allerdings enthält uns die deutsche Synchro vor: In der deutschen Fassung sind Tom und Vixen nicht verheiratet, genauso wenig wie das durch Vixen vernaschte Touriepaar (Robert Aiken, Vincene Wallace). Der Inzest wird ebenfalls ausgeblendet: Der Rocker Judd (Jon Evans), Kumpel von Niles, ist im Original Vixens Bruder, den diese unter der Dusche *hust* kräftig abseift. Die Synchro verkauft ihn uns dagegen als hoffnungsfrohen Kopiloten Toms, den man erstaunlicherweis‘ aber nicht mal auch nur in der Nähe der Maschine sieht.
Ansonsten bedient Meyer, der wie oft in seinen früheren Streifen auch hier wieder hinter der Kamera stand, nicht nur optisch die Erwartungen. Meyers alter Spezi, der Österreicher Igo Kantor, liefert einmal mehr die passende musikalische Untermalung: Trompete, Sleaze-Sax und Gitarre.

Rating: $$$

Splatter:

0/10

 

 

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