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Shaft – Liebesgrüße aus Pistolen

Info

OT: 
Shaft's big Score!

Jahr: USA 1972
R, B, M: Gordon Parks
B: Ernest Tidyman
K: Urs Furrer
M: Isaac Hayes
D: Richard Roundtree, Wally Taylor, Moses Gunn, Joseph Mascolo, Kathy Imrie

Quelle: TV (Kabel 1)

 

Inhalt

Eine Nachts reißt ein Telefonanruf Privatschnüffler John Shaft (Richard Roundtree) von seiner aktuellen Püppi. Es ist Shafts alter Spezi Cal Asby (Robert Kya-Hill), seines Zeichens Versicherungsmakler und Bestattungsunternehmer. Asby hat Probleme und bittet Shaft um Soforthilfe. Da der Kumpel bereits fünf Riesen als Anzahlung überwiesen hat, schwingt sich Shaft umgehend von der Perle in die Unterhose und macht sich auf die Socken.
Aber der Ermittler kommt nur noch rechtzeitig, um mitzukriegen, wie Asby samt seinem Büro in die Luft fliegt. Ehrensache, dass Shaft es dem toten Kumpel schuldig ist, die Sache aufzuklären. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Cal den Laden zusammen mit seinem Geschäftspartner John Kelly (Wally Taylor) nur zur Tarnung laufen ließ. Haupteinnahmequelle war illegales Zahlenlotto, bei dem halb Queens mitmachte. Während aber Asby seinen Teil der Pennunzen wieder in die schwarze Community leitete und entsprechend respektiert war, finanzierte Kelly seine privaten Ausschweifungen.
250 Riesen betragen hierdurch mittlerweile die Außenstände Kellys beim Italo-Paten Gus Muscola (Joseph Mascolo). Cal hatte die Schnauze voll: Gegen eine letztmalige Übernahme dieser Spielschulden sollte ihm Kelly seinen Anteil am Geschäft verscheuern. Seit Cals Ableben aber sind die Pennunzen verschwunden.
Gus Muscola drängt nicht nur auf Schuldentilgung, sondern ist auch scharf darauf, zumindest Asbys Geschäftsanteil zu übernehmen. Genauso wie der schwarze Pate Bumpie Jonas (Moses Gunn). Während Kelly um sein Leben taktiert und intrigiert, betätigt sich Shaft einmal mehr als Scheißequirl, der den Kübel mal so richtig durchmischt.

Zitate

Captain Bollin (Julius Harris): „Hatte Ihr Freund noch was gesagt?“ – Shaft: „Er hat mir gesagt, ich soll mich vor Schwarzen in Acht nehmen, die nicht mehr wissen, dass sie Schwarze sind.“

Bollin: „Ihr scheiß Privatdetektive macht für ein paar Dollar doch alles.“

Was sind Sie für ein Furz mit diesen scheiß Manieren!“ (Alte Nachbarin (Evelyn Davis) zu Kelly)

Willy (Drew Bundini Brown): „Bumpy hätte nichts dagegen, wenn wir den aus dem Fenster schmeißen. Dann den anderen.“ – Shaft: „Ach was, es liegt schon genug Scheiße auf der Straße rum.“

Die Kritik des Gunslingers:

Nachdem Gordon Parks mit „Shaft“ zwar die Blaxploitation-Welle nicht losgetreten, wohl aber so richtig ans Laufen gebracht hatte, war ein Sequel mehr als naheliegend. So schickte Parks seinen coolen Privatdetektiv John Shaft bereits ein Jahr später erneut in die Gosse.
Am Start war das gleiche Team wie im Vorgänger. Allerdings gab es einen kleinen Unterschied: Isaac Hayes steuerte diesmal nur einen einzigen Song zum Score bei, der ansonsten ebenfalls auf das Konto von Parks ging. Heraus kam am Ende wieder eine saucoole Funk’n’Soul-Instrobrühe mit einem Titelsong, den mit O.C. Smith einer der bekanntesten Soul-Sänger der Jahrzehntwende interpretierte. Die Hauptrolle übernahm selbstredend wieder Richard Roundtree, nicht nur für alle Kampfarten gemeldet, sondern auch immer pikobello gewandet und der Schnakenjäger Nummer eins in NYC. Und auch Moses Gunn ist als Bumpy erneut mit von der Partie.
Im Vergleich zu „Shaft“ stand hier offensichtlich ein viel höheres Budget zu Verfügung. Das floss nicht nur in ein pompöses Action-Finale ein, in dem Shaft mit Großkalibrigem einen Heli vom Himmel blasen darf. Auch die Hochglanzoptik raunt von kräftig Moneten auf der Naht. Das gereicht nicht nur zum Vorteil, denn mir hatte der eher dreckige Cheapo-Look besser gefallen. Dabei geht’s hier optisch richtig gut los. Die Atmo bis zur Bombenexplosion gemahnt an den Film noir: Low Key, Nacht und Autos im Neon-Licht. Später kann der Streifen in Gus Muscolas Club hier nochmal ansetzen.
Ansonsten gibt’s hier Business as usual. Shaft ist der ultracoole, selbstbewusste Afroamerikaner, kein Aktivist, aber immer auf Seiten der Brüder und Schwestern, die sich den Weißen aus seiner Sicht nicht anbiedern. Er teilt meistens aus, von Blei über Faustgemüse bis zu Körperflüssigkeiten, auch wenn’s manchmal einen auf die Zwölf gibt. Die Seiten sind hier klar abgesteckt: Gut und Böse, eine Welt in schwarz-weiß. Die einzige facettenreichere Figur beißt als Katalysator sozusagen noch in der Anfangsviertelstunde ins Gras.
Feine Uptempo-Nummer, die aber gegenüber dem Vorgänger das Nachsehen hat.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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