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Rückkehr zur Schatzinsel, Die

Zehn Jahre und ein Studium in Oxford liegen seit den Ereignissen auf der Schatzinsel hinter Jim Hawkins (Christopher Guard). Da holt ihn die Vergangenheit unerwartet ein. Eines Nachts macht ihm „Long“ John Silver (Brian Blessed) im „Admiral Benbow“, der Kneipe von Ma Hawkins (Charlotte Mitchell), seine Aufwartung.
Silver, einst Steuermannsmaat unter dem berüchtigten Piraten-Captain John Flint, war zehn Jahre zuvor Anführer der Bande, die es auf Flints Schatz abgesehen hatte. Dennoch hatte er Jim damals diverse Male den Arsch gerettet. Nun fordert er von Jim Flints Schatzkarte zurück, um die wohl noch massenhaft auf der Insel verbliebenen Preziosen bergen zu können.
Zwar scheitert der Pirat erst einmal, in den Besitz der Karte zu kommen, doch von nun an kreuzen sich die Wege von Long John und Jim immer wieder: auf hoher See, auf Jamaika, in Mexiko und nicht zuletzt auf der Schatzinsel. Dabei wechselt die Karte verschiedene Male den Besitzer, denn nicht nur Silver will das Papier. Auch überlebende Schiffskameraden Silvers aus der Zeit mit Flint, ein korrupter Gouverneur, die Spanier und anderes Gelichter sind auf die Karte aufmerksam geworden und wollen an die Fleischtöpfe.
Während Silver sich selbst der Nächste ist, kann Jim auf die zuverlässige Freundschaft von Ben Gunn, dem holländischen Geschäftsmann Hans van der Brecken (Reiner Schöne) und dem ehemaligen Sklaven Abed Jones (Peter Lloyd) bauen. Aber ohne Silver läuft weder für den einen noch den anderen was.

Zitate:

John Silver: „Sie können dir den Galgen aufgestellt haben. Sie können dir die Schlinge um den Hals legen. Mit einem Trommelwirbel, dem Pfarrer und allem. Trotzdem kann ein Mann seinen Hals noch retten. Erst wenn du frei baumelst, dann wird’s Zeit, sich Sorgen zu machen.“

van der Brecken (zu John Silver): „Du findest sogar noch ein weiches Bett, wenn du mal in der Hölle bist.“


 

Info

OT:
John Silver's Return to Treasure Island

AT:
The Return to Treasure Island

Serientyp: Miniserie (Staffeln: 1, Episoden (original): 10)
Jahr/Sender: 1986 / Disney Channel
Dt. Erstausstrahlung: 11.4.1987, ARD (20 Folgen à 30 Minuten)
Laufzeit je Episode: ca. 45 Minuten auf DVD
R: Piers Haggard, Alex Kirby, Alan Clayton
K: Tony Impey
M: Tom McGuiness, Terry Oldfield  
Hauptdarsteller: Brian Blessed, Christopher Guard, Reiner Schöne, Kenneth Colley

Quelle: DVD (Pidax). Dank fürs Rezi-Exemplar!

 

Hauptcharaktere:

„Long“ John Silver: 
 John Silver würde man heute einen notorischen Kriminellen nennen. Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen, ging früh zur See. Sein Charisma und seine Körpergröße ließen ihn bald zu einem geborenen Anführer werden. Nach seiner Zeit als Schmuggler und auf einem Handelsschiff verschrieb er sich bald der Piraterie. Spätestens, als er auf der „Walross“ unter Kapitän Flint anheuerte, begann seine Legende. Auch nachdem er durch eine Kanonenkugel sein Bein eingebüßt hatte, verlor er nichts an Respekt. Selbst Flint fürchtete den Einbeinigen. Er ist Jim Hawkins fast in Freundschaft verbunden, seitdem er ihm auf der ersten Reise zur Schatzinsel begegnet war. Dennoch scheut er sich nicht, Hawkins immer wieder in die Pfanne zu hauen, um sein Ziel zu erreichen: Flints Diamanten, die auf der Schatzinsel noch auf ihre Bergung warten.

 Jim Hawkins:
Aufgewachsen bei seiner Mutter, die eine Schenke, „Admiral Benbow“, an der südenglischen Küste betreibt, nahm Jim Hawkins als Schiffsjunge an der ersten Reise zur Schatzinsel teil. Zehn Jahre später kommt er als Mittzwanziger und frisch gebackener Anwalt aus Oxford nach Hause zurück. Hier begegnet er John Silver wieder, mit dem ihm auch nach all‘ den Jahren ein unsichtbares Band verbindet. Hawkins und Silver laufen sich im Verlauf der Geschichte immer wieder über den Weg und müssen sich gegenseitig regelmäßig aus der Patsche helfen.

Ben Gunn:
Ben Gunn gehörte wie Silver einst der Besatzung von Kapitän Flint an. Später setzte ihn die Besatzung eines anderen Schiffes auf der Schatzinsel aus, weil sie trotz der Hinweise Bens Flints Schatz nicht finden konnte. Einige Jahre später kehrt er mit Jim Hawkins und seinen Freunden nach England zurück, nachdem er sie gegen Silver und die Piraten unterstützt hatte. Ben Gunn wirkt geistig schwerfällig, ist aber auf Draht, wenn’s sein muss und ist dem Rum ein genauso treuer Freund wie Jim Hawkins.

Hans van der Brecken:
van der Brecken ist ein wohlhabender holländischer Geschäftsmann, der seine Penunzen unter anderem mit Holzhandel verdient und eigentlich in Mexiko residiert. Mit seinem Schoner „Amsterdam“ kreuzt er immer wieder gern in der Karibik. Jim und auch John Silver begegnet er das erste Mal bei der Überfahrt mit dem Dreimaster „Saracen“ von Bristol nach Jamaika. van der Brecken ist Mann von Welt, gleichzeitig aber auch kampferprobt, schlagkräftig und loyal.

Die Kritik des Gunslingers:

Robert Louis Stevenson schrieb mit „Die Schatzinsel“ vor rund 150 Jahren einen der wohl berühmtesten Abenteuerromane. Und auch auf Erwachsene übt die Geschichte um Piraten, Meuterei und einer von Kämpfen begleiteten Schatzsuche auf einer tropischen Insel selbst nach so langer Zeit noch ihren Zauber aus. Auf mich jedenfalls ;-).
Der britische Autor John Goldsmith hatte die Geschichte Mitte der 1980er weitergesponnen unter zwei Grundannahmen: „Long“ John Silver hatte die Geschehnisse überlebt, und Jim Hawkins und seine Freunde hatten nur einen Bruchteil von Flints verbuddeltem Schatz bergen können. Letzteres hatte ja bereits Stevenson in seiner Geschichte angedeutet. Goldsmith selbst schrieb parallel zu seinem Roman das Drehbuch für eine Fernsehserie, bei der kurze Zeit später Disney zugriff und an die Umsetzung ging. Das Budget für die auf zehn Folgen angelegte Serie dürfte nicht klein gewesen sein: Gedreht wurde mit dem überwiegend britischen Cast nicht nur im UK und in Spanien, sondern auch in der Karibik, vor allem auf Jamaika.
Das Endergebnis kann sich bis heute sehen lassen. Die Atmo ist durchweg farbenprächtig und sehr authentisch, entführt glaubhaft in die Mitte des 18. Jahrhunderts. Die klasse Kameraarbeit und vor allem der gute Cast runden nach oben ab. Ein besonderes Pfund ist dabei Brian Blessed, der vor allem im TV und am Theater aktiv ist. Sein John Silver ist für mich die ultimative Darstellung. Listig, verschlagen, gewalttätig und immer auf der richtigen Seite. Dabei aber charmant und nicht mal unsympathisch. Hier passt die Synchro durch Wolfgang Hess, bekannt unter anderem als deutsche Stimme von „Bud Spencer“, wie der sprichwörtliche Arsch auf Eimer. Blessed zur Seite stehen weitere Schwergewichte wie Kenneth Colley (u.a. „Star Wars“, „Brassed off“) als Ben Gunn oder Nick Brimble als „Kielhol“ und Donald Pickering als fieser Plantagenverwalter Joshua Hallows. Mit dem Hauptteil der Regie betraut war Piers Haggard, ein routiniertes Serienschlachtross. Von seinen Ausflügen auf die große Leinwand ist dem Genre-Afficionado vor allem sein „In den Klauen des Hexenjägers“ von 1971 ein Begriff.
Für das Vorabendprogramm des deutschen Fernsehens wurde die Serie in 20 Teile gestückelt. Auf DVD liegt sie Gott sei Dank im besser konsumierbaren Originalformat vor.

Rating: $$$$$- (inklusive Liebhaber-Dollar. Arrgh!)

 

Intro/Auschnitte:

Trailer

 

Screenshots

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