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Flic Story – Ein Duell in sechs Kapiteln

Info

OT:
Flic Story

AT:
Der Bulle und der Killer
Ein Duell in sechs Runden

Jahr: F/I 1975
R, B: Jacques Deray
B: Alphonse Boudard
K: Jean-Jacques Tarbès
M: Claude Bolling
D: Alain Delon, Jean-Louis Trintignant, Denis Manuel, Claudine Auger

Quelle: TV (arte)

 

Inhalt

Paris, 1947: Als der Schwerverbrecher Emile Buisson (Jean-Louis Trintignant) aus der Klapse ausbüxt, ist das Sache von Inspektor Roger Borniche (Alain Delon) von der Sureté. Nationale. Und dessen Chef (Marco Perrin) erwartet prestissimo Resultate: Zum einen ist Buisson brandgefährlich; zum anderen kommt’s gar nicht in die Tüte, dass die ungeliebte Konkurrenz von der Kripo die Lorbeeren absahnt.
Doch Buisson beginnt sofort Pflöcke einzuschlagen: Schon an den ersten beiden Tagen verzeichnet die Strichliste einen Rachemord und einen Überfall auf ein Luxusrestaurant mit einem toten Motorradbullen. So gibt’s für Borniche direkt von Beginn an Dunst von allen Seiten. Erst recht, als ihm Buisson bei einem versuchten Zugriff durch die Lappen geht. Borniche begibt sich in zähe Ermittlungen mit verstockten Zeugen, bei denen der Inspektor sämtliche Tricks auffahren muss, um überhaupt an Infos zu kommen. Trotzdem bleibt ihm erstmal nichts anderes übrig, als immer einen Schritt zu spät der breiter werdenden Blutspur Buissons hinterher zu schnüffeln.

Zitate

Darros (Denis Manuel): „Ich werd‘ dir deine dreckigen Eier zu Brei schlagen. Du wirst sie nie wieder gebrauchen können, weil sie verfault sind. Verstanden?“ (Diese Typen verstehen halt nur eine Sprache ;-))

Roger: „Ist das eine Scheiße.“

Emile: „Ich mach‘ sehr gerne Witze.“

Die Kritik des Gunslingers:

Jacques Deray, dessen Spezialgebiet auf dem Gebiet des Krimis und Thrillers lag, liefert auch hier solide Unterhaltung ab. Der von seinem Hauptdarsteller Alain Delon produzierte Streifen basiert auf einem wahren Fall eben jenes Roger Borniche, der sich nach seiner Polizei-Karriere aufs Schreiben verlegte.
Die Jagd nach Emile Buisson, vielfacher Mörder und Räuber, zog sich in Wahrheit über Jahre hin: 1950, also drei Jahre nach seinem Ausbruch, errang er in Frankreich den Titel des „Staatsfeind Nummer eins“. Der Film verdichtet die Geschichte auf ein paar Wochen. Dabei legt Deray vor allem Wert auf die beiden Kontrahenten, die er in zwei parallelen Handlungssträngen verfolgt.
Auf der einen Seite Buisson, den Trintignant als vergleichsweise kultivierten, aber eiskalten Gangster zeichnet. So lauscht er sichtlich berührt Klaviermusik und schätzt einen guten Roten. Auf der anderen Seite knipst er Menschen aus wie lästige Insekten. Und auf Buissons Todesliste landet man schnell: sei es als mutmaßlicher oder tatsächlicher Spitzel in den eigenen Reihen, als Störfaktor bei einem Bubenstück oder als Polizist.
Über Borniche gibt’s dann eine Lehrstunde in moderner und traditioneller Polizeiarbeit. Für letztere steht Borniches Kollege Darros, der verhafteten Übeltätern am liebsten die Scheiße aus den Knochen prügelt, um sie zum Sprechen zu bringen. Mit eher mäßigem Erfolg. Borniche hat aus dem Tod seines Bruders gelernt, der beim Verhör durch die Gestapo starb. Er versucht’s eher körperlos, also über die Psycho-Schiene, mit Empathie und unkonventionellen Methoden. So verspricht er beispielsweise dem gefassten Buisson-Spezi Raymond die Freiheit und die Wiedereröffnung seiner Bar gegen Spitzeltätigkeit. Gang-Mitglied Paolo (Paul Crauchet) stellt er Medikamente für dessen an Schwindsucht leidendem Ehegespons in Aussicht, wenn er kooperiert. Und schließlich besorgt er sogar eine neue Waffe für Emile, um ihm auf die Spur zu kommen.
Ist klar, dass er damit zum Erfolg verdammt ist, denn bei Kollegen und Vorgesetzten stoßen diese Methoden auf tiefstes Misstrauen. Rogers Chef ist dann auch schnell bei der Hand, ihn von dem Fall abzuziehen, als die Ermittlungen stocken und die Presse auf den so called „Superbullen“ eindrischt. Da aber in der Zeit die meisten Verbrechen letztlich wieder zu Buisson führen, sitzt Roger schnell wieder im Sattel. Durch die Konzentration auf die Ermittlungen legt der Streifen ab und an eine etwas „plätschrige“ Gangart an den Tag und verliert ein wenig den Zug. Dafür hält uns aber immer wieder der „Buisson-Teil“ schadlos.
Gut gefallen haben mir insbesondere die authentische Atmo und die beiden Hauptdarsteller. Zwar tauchte auch Jean-Louis Trintignant nicht das erste Mal in einem Deray-Streifen auf. Doch insbesondere mit Alain Delon wie auch mit Claudine Auger hatte der Regisseur häufig zusammengearbeitet.

Rating: $$$$

Splatter:

3/10

 

 

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